Egli-Treffen Olsberg (Archivversion) Fritz & Friends

Die Legende lebt: Über 70 Egli-Besitzer trafen sich zum 15. internationalen Egli-Treffen im Sauerland. Unter ihnen auch der Meister höchstpersönlich: Fritz W. Egli.

»Wieso steht denn da immer Egli drauf, das sind doch alles verschiedene Motorräder?« Der neugierige Frager hat Tommy Schnell eine prima Vorlage gegeben. Der gibt die Antwort volley zurück. »Egli steht auf den Motorrädern, weil alle eines gemeinsam haben: einen Zentralrohrrahmen. Den hat sich ein schlauer Schweizer namens Fritz W. Egli Ende der sechziger Jahre für seine Vincent gebaut«. Tommy legt nach: »Damit hatte der Meister Egli den Grundstein für seinen Erfolg gelegt. Bis zum heutigen Tag werden mit diesem Rahmenprinzip Motorräder mit den unterschiedlichsten Motoren gefertigt.«So individuell die Eglis sich auf ihren Seitenständern breit machen, so verschieden gestalten die Besitzer das Programm des Egli-Treffens: Waren die meisten schon am Freitag angereist, um mit langjährigen Bekannten ein Wiedersehen zu begießen und vor allem Benzin zu reden, kommen andere erst am Samstag, um bei Ausfahrten die Sauerländer Berg- und Tallandschaft zu genießen. Aber auch im hinteren Teil des Platzes regt sich was. Nach einer längeren Reanimierungsphase schälen sich drei höchst patente Nordfriesen aus ihren Schlafsäcken: Dirk, Daniel und Jörg, genannt Düse, sind mit ihren zerrissenen Hosen optisch nicht gerade typische Eglisten. Die Faszination Egli haben sie jedoch wie alle anderen verinnerlicht. Der redselige Daniel erklärt: »Eine Egli hat einfach Stil, du fährst etwas besonderes, und der Rahmen erlaubt dir ohne Ende Umbaumöglichkeiten.« Die beiden anderen nicken. Daniel ist 33 Jahre alt und Elektriker – als Pressesprecher wäre er unschlagbar. Warum die drei zum Egli-Treffen fahren? Ehrensache, seit Jahren machen sie in Egli und kennen sich seit ewigen Zeiten. Obwohl sich die Freunde jetzt seltener sehen. Familie und so – aber Treffen muß sein.Auf dem Platz geht es indes gemächlich zu. Schauen und bewundern, die Lieblingsbeschäftigung – nicht nur von Egli-Fans. Angespannte Ruhe tritt ein, wenn der Meister Egli über den Platz schreitet und eine der Maschinen genauer inspiziert. Stolz und Nervosität lassen sich dann im Gesicht des Besitzers ablesen, denn schließlich steckt in jeder Egli eine Menge Arbeit. Und ein Lob vom Meister geht runter wie Öl.Es wird Abend. Die Prämierung der schönsten Maschine steht an. Beatrice Egli, die Frau des Meisters, übernimmt die Moderation. Enttäuschung und Freude liegen dicht beieinander. Was die Friesen allerdings weniger interessiert. Daniel hat von der Sonne eine knallrote Birne und redet immer noch. Dirk hat mit seiner Kawasaki den siebten Platz gemacht und verpaßt die Prämierung, weil er nicht in seine Hose kommt. Düse dagegen trinkt ruhig und zufrieden ein Bierchen.

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