Ein Thema, zwei Welten (Archivversion) Ein Thema, zwei Welten

Warum wurde BMW in den letzten Jahren immer stärker? Ganz einfach, es mangelt an Konkurrenz. Denn da, wo Münchens Erfolge liegen, im Tourerbereich etwa, setzen andere Hersteller nur halbherzig Segel. Der größte Zweiradhersteller der Welt, Honda, hätte natürlich alle Möglichkeiten, den Münchnern das Leben schwer zu machen. Es wäre ein Trugschluss zu glauben, dass man bei Honda nicht fähig ist, einen starken Zweizylinder-Tourer auf die Räder zu stellen. Oder eine kernige Reiseenduro. Es fehlt der Wille. Zumindest gegenwärtig.
Priorität hat bei Honda das Gewinnen neuer Kundenkreise. Dafür baut und verkauft der Riese aus Fernost kleine Maschinen, 125er nämlich. Fast die Hälfte aller Neuzulassungen in Deutschland tragen den Honda-Flügel auf dem Tank. Und der Konzern produziert günstige Modelle mit ABS: Die CBF 600 und nun auch die 1000er gehören zu den besten Angeboten im Markt. Und verkaufen sich deshalb richtig gut.
Bei BMW pfeift man auf den Nachwuchs. Zu teuer wäre eine F 125, so ein Firmensprecher. Und günstig will man gar nicht
sein, sondern premium. Deshalb kostet eine Zweizylinder-F 800
500 Euro mehr als eine Vierzylinder-Honda CBF 1000. Wenn das mal gut geht.
BMW und Honda: zwei Firmen, zwei Philosophien. Und
zwei mittelgroße Automobilkonzerne mit erfolgreichen Motor-
rad-Sparten, beide hoch profitabel. Bahnt sich da etwas an?
Wohl nicht. BMW verkaufte im Jahr 2004 weltweit gut 92000 Zweiräder, Honda über zehn Millionen. Noch Fragen?

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