Eintragungen - Was geht? (Archivversion) Ja oder Nein?

Nicht jede Art von Zubehör dürfen Motorradfahrer so einfach ans Zweirad basteln. Viele Nachrüst-Produkte müssen in die Fahrzeugpapiere eingetragen werden oder benötigen eine entsprechende Genehmigung.

Gelegentlich fragt man sich ja schon, welch eigenartige
Blüten die StVZO treibt und wer dafür verantwortlich zeichnet. Da darf sich jeder Hobbyschrauber ein selbstentworfenes und konstruiertes Gepäcksystem ans Motorrad basteln, ohne sich dessen Stabilität von einem Experten bestätigen zu lassen oder es in die Fahrzeugpapiere eintragen zu müssen. Im krassen Gegensatz dazu verlangt der Gesetzgeber für vergleichsweise harmlose Anbauteile wie eine Kennzeichenbeleuchtung oder eine Hinterradabdeckung eine offizielle Genehmigung.
Wussten Sie übrigens, dass auch Zubehörteile mit ABE (wie beispielsweise Verkleidungsscheiben oder Bremsbeläge) oder EG-Betriebserlaubnis (wie bei Auspuffanlagen) in die Fahrzeugpapiere eingetragen werden können? Dann muss der Fahrzeughalter zwar die Nachweispapiere der ABE nicht mehr mitführen (bei der EG-BE ist das ohnehin nicht erforderlich, da die Prägung/Kennzeichnung auf dem Produkt als Legitimation gilt), doch dafür kann er sein Fahrzeug später nicht mehr ohne weiteres auf das entsprechende Originalteil umrüsten. Dazu müsste erneut eine kostenpflichtige Eintragung (je nach Aufwand, Bundesland und Zulassungsstelle ab zirka 30 Euro) in die Papiere erfolgen. Deshalb spart man sich unnötige Eintragungen besser von vornherein.
Ganz anders sieht es hingegen bei sicherheitsrelevanten Baugruppen wie Bremsscheiben, -zangen und -leitungen, Felgen, Spezialbereifungen oder gar einer Leistungsveränderung aus. Hier sollte sich der Motorradbesitzer im eigenen Interesse um die Eintragung in die Papiere kümmern, um bei möglichen Verkehrskontrollen oder einem Versicherungsfall auf der sicheren Seite zu sein.
Auch Bauteile, die prinzipiell keine Genehmigung benötigen, unterliegen dennoch gewissen Regeln und Vorschriften. So dürfen Gehäusedeckel,
Gepäckträger, Handschalen und Schutzbügel keine scharfen Grate oder Kanten aufweisen, die Fahrzeugabmessungen massiv überschreiten oder gar das Fahrverhalten (beispielsweise aufgrund eines eingeschränkten Lenkeinschlags) negativ beeinflussen.
Zu guter Letzt noch der Hinweis, dass über den Weg einer Einzelabnahme zumindest theoretisch nahezu alles eingetragen werden kann, auch wenn es weder eine ABE noch ein offizielles Teilegutachten dafür gibt. Wer sich bezüglich der Eintragungsfähigkeit irgendwelcher Spezialumbauten, Einzelteile oder Produkte aus Kleinstserien informieren möchte, wendet sich am besten an einen Sachverständigen seines Vertrauens. Erteilt dieser seinen Segen, ist die Sache Rechtens.

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