Eisspeedway-GP Deutschland: Reportage (Archivversion) Federspiele

Bis vor sechs Jahren waren Eisspeedway-Motorräder eher einfach konstruiert: Der Einzylinder-Viertakt-Motor stehend in einen Stahlrohrrahlen eingebaut, vorne eine MX-Teleskop-Gabel, hinten Starr-Rahmen - ohne jede Dämpfung. Mittlerweile gibt es rund ein Dutzend verschiedene Versuche, die Fahrwerksgeometrie für den Fahrbahnbelag, der sich während enes Renntages fortwährend verändert, zu optimieren. Eine Reihe von Fahrern, wie Michael Lang, Aleksandr Balaschov oder Stefan Svensson haben die Zweiventil-Motoren nach Vorbild der Sandbahnfahrer liegend in den Rahmen gehängt. Ohne zentralgefederte Hinterraddämpfung, die über eine Umlenkhebelei angesteuert wird, traut sich heute kein Eispilot mehr auf die Piste. Während beim konventionellen Jawa das Federbein (325 mm Federweg) schräg über dem Motor angebracht ist, hat der Mannheimer Rolf Kolb in Zusammenarbeit mit dem tschechischen Jawa-Werk einen Prototypen bauen lassen, bei dem sich der Monoschock (340 mm Federweg) unter dem Motor befindet. Vorteil: der Motor bildet einen niedrigeren Schwerpunkt; Nachteil: das Getriebe und Kuppung sitzen umso höher. In einem zweiten Prototyp sitzt das Bilstein-Federbein vertikal hinter dem Motor. Vorzug dieses Systems: Das Getriebe bildet weiter unten einen Schwerpunt, Nachteil: Nachteil: die Sitzposition des Fahrers ist extrem hoch.Ganz anders die Konstruktion des holländischen GP-Piloten Tjitte Bootsma: Er baute ein vollverkleidetes Fahrwerk, bei dem der Motor stehend eingebaut ist, aber im Vergleich zum Jawa 10 cm weiter vorn im Rahmen hängt. Vorteil: Der Radstand des Motorrades wird kürzer, die Maschine wendiger, das Federbein kann horizontal hinter dem Motor eingebaut werden, der Schwerpunkt befindet sich weit vorn und das Motorrad hat auch bei extrem schlechtem Eis eine gute Spurführung.

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