Elefantentreffen, altes, am Nürburgring (Archivversion) Schlammbada

Altes Elefantentreffen am Nürburgring

Der Albatros flog zum Elefantentreffen. Von Suhl, wo dieses Lastendreirad bei Simson aus dem Ei schlüpft, die 400 Kilometer bis hin zum Nürburgring. »Wo habt ihr denn eure Autos?« motzten angesichts der 50 cm³ Hubraum schmächtigen Gefährte die dort versammelten Hardcore-Winterfahrer mit ihrer unübersehbaren Vorliebe für russische Gespanne aus Rußland. Sie konnten sich nicht vorstellen, daß diese Verrückten sich mit den mobilen Würstelstationen in spe auf wohlausgesuchten Landstraßen von Thüringen bis in die Eifel durchgeschlängelt hatten. »Immer nur Vollgas«, griente Albatros-Mann Stefan, »dann klappt das schon.« »Auto« - das ist der schlimmste Vorwurf, der einen hier treffen kann. Weicheier, die sich eines Transporters bedienen, um lediglich die letzten Kilometer zum Ring zu kradeln, und sich dabei auch noch erwischen lassen, kriegen Platzverbot. Und zwar subito. Denn das Alte Elefantentreffen ist sozusagen die Mutter aller Winter-Meetings: Als die Karawane zum »neuen« Elefantentreffen in den Bayerischen Wald weiterzog, verharrten die Traditionalisten einfach am seit 1961 angestammten Platz. Heuer - und wie immer am letzten Februar-Wochenende - bereits zum zehnten Mal. 1500 Vertreter der Heizgriff-Fraktion kamen zur Jubiläumsparty, weniger als erwartet. Schuld daran trug, natürlich, das Wetter. Zu warm. Temperaturen über null. Die es freilich gestatteten, den freitags noch schneeweißen Campingplatz in ein herrlich schlammiges Enduro-Areal zu verwandeln. Alle, denen diese Herausforderung nicht genügte, konnten sich an der angrenzenden Cross-Piste austoben. Von der sich die Fahrer der Simson-Albatros freilich fernhielten. Und das war wohlgetan. stg

Artikel teilen

Anzeige

Aktuelle Gebrauchtangebote