Erfolgreiche Reise-Enduros (Archivversion) Erfolgreiche Reiseenduros

Das meistverkaufte Motorrad in den ersten drei Monaten dieses Jahres ist eine Reiseenduro. Über 2000 Käufer haben sich für die bärenstarke BMW R 1150 GS entschieden, ein Bombenerfolg für die Münchner. Und die Honda Varadero liegt auf Platz 11 und damit vor den meisten anderen Modellen aus gleichem Hause. Es geht also etwas in diesem Marktsegment. Umso mehr wundere ich mich, dass die Enduro-Traditionsmarke Yamaha dieses Revier einfach aufgegeben hat. Wer erinnert sich nicht an die tollen XT 600-Ténéré-Modelle und die kräftige XTZ 750 Superténéré. Und eigentlich hat ja Yamaha mit der XT 500 dieses Segment geschaffen.Schade auch, dass Suzuki keine Nachfolgerin der legendären DR Big bauen mag. Zumal man mit den V-Twins der SV 650- und TL 1000-Baureihen hervorragend geeignete Antriebseinheiten für Reiseenduros hätte. So bleibt es Cagiva überlassen, die Suzuki-Ehre hochzuhalten. Mit der Navigator, die in dieser Ausgabe von MOTORRAD weltexklusiv zum ersten Vergleichstest mit ihren Konkurrentinnen antritt. Was für ein tolles und fahraktives Motorrad die Italiener rund um den Suzuki-V2 auf die Räder gestellt haben, hat selbst die MOTORRAD-Tester überrascht. Das müsste doch in Japan langsam zu denken geben. Wenn sogar eine vergleichsweise kleine Motorrad-Schmiede wie Triumph einen großen Dreizylinder in einer Reisemaschine anbieten kann, warum schaffen Yamaha und Suzuki nicht ähnliche Konzepte? Nicht zu vergessen Kawasaki: Auch hier würde der geneigte Ingenieur passende Motorentechnik im Cruiser-Ersatzteilregal finden. Für mich ist ein Trend ganz klar zu erkennen. Weg vom Cruiser und Chopper, hin zu den stärker Gebrauchs- und Erlebniswert bietenden großen Reiseenduros. Eine logische Entwicklung, denn wer einmal mit einem Cruiser eine lange Tour gefahren hat, wird eine komfortabel gefederte Enduro zu schätzen wissen. Von größerer Reichweite und besserem Windschutz ganz zu schweigen. Und die mittlerweile an der 100-PS-Grenze knabbernden Spezies bietet auch Sportfahrer genügend Dampf. Ich kann also die Produktplaner von Kawasaki, Suzuki und Yamaha nur ermuntern, sich den Reiseenduros wieder anzunehmen. Es wird sich lohnen.

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