Erste Hilfe nach einem Unfall (Archivversion)

Hut ab

Die Fachleute sind sich einig: Nach einem Motorrad-Unfall muß der Helm des Verletzten runter - und zwar unbedingt. Aber wie?

Glücklicherweise treten Motorradfahrer häufig im Rudel auf. Bei einem Unfall braucht man nämlich einfach zwei Leute, zum Beispiel zur Helmabnahme bei einem bewußtlosen Verletzten. Reagiert der Biker nicht auf lautes Ansprechen und Kneifen, muß der Helm unbedingt runter, da der Verletzte sonst ersticken kann (an Erbrochenem oder seiner eigenen Zunge) - und das Abnehmen des Helms funktioniert ordnungsgemäß nur zu zweit. Schließlich könnte es ja sein, daß durch den Sturz die Halswirbelsäule in Mitleidenschaft gezogen wurde - ungeschickte Bewegungen können dann eine Querschnittslähmung hervorrufen. Der Verletzte muß also immer steif wie ein Brett behandelt werden - wie’s genau geht, steht auf der Seite rechts.Doch manchmal stellen sich dem Hilfswilligen ganz banale Dinge in den Weg: Wie geht der Helm überhaupt auf? Für Rettungssanitäter stellen normale Integralhelme kein Hindernis dar, wenn sie das Verschlußsystem nicht sofort durchblicken, wird der Kinnriemen eben mit einer Schere durchscnitten. Die trägt Otto Normalbiker natürlich nicht ständig mit sich herum - daher folgt auf der nächsten Seite eine Übersicht der gängigsten Verschlußmechanismen.
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Erste Hilfe: Helmabnahme und Helmverschlüsse (Archivversion) - Die gängigsten Helm-Verschlußarten

Die gängigen Verschlüsse moderner Helme bergen glücklicherweise keine großen Geheimnisse mehr. Dieser Trend wird sich noch weiter fortsetzen, denn in der neuen Helmnorm ECE 22/04 werden so scharfe Anforderungen an den Verschluß gestellt, daß sich bei den neuen Modellen die Zahl der Mechanismen automatisch verringern wird. Und außerdem: Das Teil, das für die Öffnung des Verschlusses zuständig ist, muß bei den neuen Helmen rot gekennzeichnet sein.Wesentlich unübersichtlicher wird’s bei den Klapphelmen. Das Problem bei den meisten dieser Helme: Bleibt unklar, welcher Hebel gezogen oder welcher Knopf gedrückt werden muß, kommt hier auch der Rettungssanitäter mit seiner Schere nicht weiter. Da hilft im Prinzip nur, sich für den Fall des Falles die verschiedenen Mechanismen einzuprägen. Aber was soll man tun, wenn der Bewußtlose nachts im Wald liegt und der Hilfswillige ohne Taschenlampe beim besten Willen nicht das wichtige Knöpfchen mit der Aufschrift »Push« oder »Pull« sehen kann? Für diesen Fall propagiert Notarzt Dr. Friedrich E. Simon aus Simmern die Tastmethode. Hierbei wird mit den Händen blind entlang der Helm-Außenschale nach Vertiefungen und Erhöhungen getastet und alles betätigt - Klappen, Hebel oder Knöpfe -, was dem Retter zwischen die Finger gerät. Irgendwann erwischt man so zwangsläufig auch den Öffnungsmechanismus. Das hört sich zwar banal an, funktioniert aber in der Praxis tatsächlich. Und besser als tatenlos herumstehen ist so ein Versuch allemal.

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