EU beschließt neue Abgasregeln (Archivversion) Endlich: EU beschließt neue Abgasregeln

Hat das lange gedauert! Europäisches Parlament und Europäische Kommission diskutieren und debattieren nun schon jahrelang zum Thema Schadstoffgrenzwerte für Zweiräder. Dabei standen die Motorradhersteller bereits Gewehr bei Fuß, haben inzwischen technisches Know-how für sauberere Motorräder im Köcher und vieles bereits freiwillig eingeführt. Was fehlte, waren Vorgaben und nach welchem Prüfzyklus gemessen wird. Der Vermittlungsausschuss zwischen Parlament und Kommission wurde nun seiner Aufgabe gerecht, sorgte für eine einvernehmliche Lösung. Besonders erfreulich ist, dass die Hersteller, die schon geraume Zeit in Abgastechnologie investiert haben, jetzt belohnt werden. Schon heute schaffen die meisten BMW, Honda, Kawasaki und Yamaha die ab 2003 gültige Euro-2-Norm. Und manche Maschinen mit G-Kat wie die Yamaha FJR 1300 oder Honda CBR 600 F unterschreiten sogar die erst ab 2006 geltenden Grenzwerte. Suzuki beispielsweise muss dagegen noch ein bisschen härter arbeiten. Reduzierter Schadstoffausstoß jenseits des gesetzlich Geforderten war nur bei wenigen Modellen bisher Entwicklungsziel.Für die Zweitakter in ihrer heutigen Form bedeuten die neuen Grenzwerte das Aus. Eine bittere Pille für alle Fans der 125er-Zweitakt-Renner. Auch im Rollerbereich wird vor allem der neue Grenzwert für unverbrannte Kohlenwasserstoffe Zweitakter verschwinden lassen. Hier kann nur ein Technologiesprung, wie ihn Aprilia mit dem Di-Tech-System in einem 50er-Roller anwendet, weiterhelfen.Ganz entscheidend für mich ist, dass der bestehende Prüfzyklus mit den vorgegebenen Geschwindigkeiten zunächst beibehalten wird. Ab 2006 soll er dem Pkw-Zyklus angeglichen werden (siehe dazu auch Brennpunkt ab Seite 8). Bis dahin bleibt der Motorradindustrie genügend Zeit, ihre Modellpaletten perfekt auf die neuen Grenzwerte hinzuentwickeln.

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