EU-Betriebserlaubnis für Motorräder: Report (Archivversion)

Niemand braucht mehr als 74 Kilowatt Leistung auf der Straße, aber schadet´s jemand? Der Streit um die 100-PS-Richtlinie dauert bereits seit 1993 an. Die Europäische Kommission und der Rat befürworteten eine Leistungsbegrenzung, die sie geschickt an die Vereinheitlichung der Meßmethoden für die Motorleistung koppelten. Die Europaparlamentarier machten da nicht mit. Ihre Begründung: Es besteht kein Zusammenhang zwischen üppiger Leistung und Unfallhäufigkeit. Weil sich die Gremien partout nicht einigen konnten, ist die Direktive als Einzelrichtlinie von der EU-Betriebserlaubnis abgekoppelt. Ein Vermittlungsausschuß beschloß 1995, eine weitere Studie in Auftrag zu geben. Die holländische Prüforganistion TNO untersucht nun, wie gefährlich die ungedrosselten Big Bikes wirklich sind. Noch in diesem Jahr soll das endgültige Ergebnis vorliegen. Der erste Teil der Studie, der eine Übersicht über bereits vorhandene Untersuchungen liefert, bestätigt das hinlänglich Bekannte: Es gibt keinen Zusammenhang zwischen Leistung und Unfallzahlen. Fazit: Solange keine europaweite Regelung Gesetz ist, gilt in Deutschland weiterhin die freiwillige Übereinkunft der Hersteller: 100 PS.

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