EU-Betriebserlaubnis für Motorräder: Report (Archivversion)

Viel Aufregung verursachen die künftigen Geräuschgrenzwerte. In Deutschland schrecken sie jedoch niemand, denn hier gelten die Limits bereits seit 1993: Krafträder mit 80 cm³ dürfen 75 Dezibel (A) Fahrgeräusch erzeugen, über 80 bis 175 cm³ sind 77 Dezibel Vorschrift, und alle Motorräder mit mehr Hubraum können mit 80 Dezibel durch die Meßstrecke knattern. Ein entscheidender Unterschied zum deutschen Verfahren: Nicht mehr der Höchstwert, sondern der Durchschnitt zweier Messungen ist ausschlaggebend. Dadurch sind ein oder zwei Dezibel mehr drin als bislang hierzulande. Anderswo in Europa jedoch bedeutet die neue Norm eine entscheidende Reduzierung. In Belgien genügen derzeit 86 dB (A), in anderen Ländern 82. Für letzteren Grenzwert machte sich die FEM und zunächst auch das Europäische Parlament stark. Die Argumentation: Je geringer die Grenzwerte, desto mehr Biker rüsten laute Auspuffanlagen nach. Dadurch verkehre sich die Absicht der Gesetzgeber ins Gegenteil. Der Rat fing mit dieser Begründung nichts an, weil bereits vier Länder, neben der BRD Holland, Dänemark und Frankreich, mit 80 Dezibel zu Rande kommen. Fazit: Die bereits in Deutschland geltenden Werte werden europaweit übernommen.

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