Evangelische Akademie Tutzing: Motorrad-Symposium (Archivversion) «Zur Konstruktion eines Gefühls“

Kurz gefaßt: Das Symposium der Evangelischen Akademie Tutzing mit dem Titel »Geschwindigkeit. Schauen, Schrauben, Fahren: Motorrad. Zur Konstruktion eines Gefühls.« Organisiert und moderiert von Pfarrer Jochen Wagner

War am Anfang das Rad? Zur Geschichte der immer schnelleren Fortbewegung des MenschenDr. Barbara Schmucki, Forschungsinstitut für Technik- und Wissenschaftsgeschichte, Deutsches Museum, MünchenTrotz Concorde und Porsche: die durchschnittlich erreichbare Geschwindigkeit erhöhte sich zwar seit Beginn des Jahrhunderts. Aber selbst ein Bike mit 150 PS schafft in Städten nur einen Schnitt von 40 km/h. Freiheit oder Tod: Anmerkungen zum Motorrad im FilmMoritz Holfelder, Journalist und Autor, Bayerischer Rundfunk, MünchenFilm und Motorräder sind Metaphern für Bewegung. Das Motorrad gilt als Ikone der Rebellion. Der Tod der Außenseiter in Easy Rider ist deshalb gesellschaftlich sanktioniert. Der Kradler fungiert im Film als böser Bube.Freude am Fahren - Lust am LesenVon der Schwierigkeit, ein Motorrad-Magazin zu machenWalter Gottschick, Chefredakteur MOTORRAD, StuttgartMOTORRAD als Generalist, der den Spagat zwischen den Lebenswelten von Enduristen, Chopper-Lenkern und Sportlerfans meistert.Die mentale Seite beim MotorradfahrenProf. Dr. Hans Eberspächer, Institut für Sportwissenschaft, Universität HeidelbergPassendes Motorrad, entspanntes Fahren, realistische Selbsteinschätzung, Fahrt und Krad getrennt wahrnehmen, Eigenverantwortung, Kontrolle aus der Körpermitte und Training ergibt perfekt Fahren.Warum der Futurismus erst mit James Deans Porsche vollendet wurdeDr Ulf Poschardt, Chefredakteur des Magazins der Süddeutschen Zeitung, MünchenEin Lob der Geschwindigkeit, eine Huldigung des Mythos James Dean und dessen Todessehnsucht. Plus der Kult ums Ego des Referenten, der als bekennender Raser Moralisten in den Protest trieb. Ducati - die Konstruktion eines GefühlsAndrew Whitney, Marketingdirektor Ducati, BolognaEine italienische Kultmarke in amerikanischer Hand bei der Aufpolierung des Images. Zuverlässig funktionieren und emotional wirken sollen die roten Fetische in Zukunft.75 Jahre BMW Motorräder - über den Umgang mit der Freiheit auf zwei RädernHans Sautter, Pressesprecher BMW, MünchenLess risk, more fun. Verantwortung, Umweltverträglichkeit und soziale Akzeptanz sind für die Zukunft des Motorradfahrens unabdingbar.Ein Dadaist auf dem Motorrad oder: Die Erweiterung der Wahrnehmung durch EntschleunigungMoritz Holfelder, Journalist und Autor, MünchenDie Welt schrumpft durch Geschwindigkeit. Aber die Wahrnehmung wird durch sie erweitert. Bewegung als Metapher für die Überwindung irdischer Beschränkung, und Geschwindigkeit als Attribut, das den Göttern zugeschrieben wurde.Die Kehrseite der Medaille. Der verletzliche MenschenkörperDr. Dr. Gunther Hofmann, Berufsgenossenschaftliches Unfallkrankenhaus MurnauGruselige Bilder über zerstückelte Motorradfahrer machten den Zuschauern schwer zu schaffen. Und alle schwörten, Hand vom Gas, wenn´s brenzlig wird. Denn Geschwindigkeit potenziert das Risiko beim Unfall. Die obere Hälfte des Motorradfahrens. Vom Gebrauch der Werkzeuge als künstliche OrganeProf. Dr. Bernt Spiegel, Psychologische Anthropologie, MannheimErst wenn das Gerät Motorrad in die Körperlichkeit des Fahrers integriert ist, ist ein virtouser Gebrauch möglich. Dann wird das Motorrad zum Organ des Menschen.

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