Extrakrankenversicherung für Motorradfahrer (Archivversion) Risikosportart Motorradfahren

Die gesetzlichen Krankenkassen sollen bei Motorradunfällen künftig nicht mehr zahlen müssen. Das fordert Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt: Für sie ist Motorrad fahren keine seriöse Form der Fortbewegung.

Eines kann man der gegenwärtigen Bundesgesundheitsministerin nicht vorwerfen - Ideenlosigkeit. Denn sie hat sich etwas ausgedacht: Weil Risikosportler, wie der Name schon sagt, besonders risikoreich leben, risikoreicher jedenfalls als diejenigen, die sich Risikosportarten nur in der Glotze anschauen, müssen sie sich extra versichern. Auf dass nicht die Gemeinschaft der Versicherten das Risiko der Risikosportler mittragen müsse. Und weil, nach Meinung von Frau Schmidt, das Motorradfahren auch so eine riskante Sportart und nicht, wie bisher angenommen, eine anerkannte Form der Fortbewegung darstellt, sei es eine »berechtigte Forderung«, dass die Absicherung eines so gefährlichen Hobbys aus dem Leistungskatalog der Krankenkassen zu streichen sei.Bestechend in ihrer Logik diese Argumentation: Wer den Luxus genießen will, sich von einem Auto umfahren zu lassen, der soll gefälligst dafür blechen. Der Tübinger Professor Dr. Michael Ronellenfitsch hat, nicht nur als Verkehrsrechtler, so seine Schwierigkeiten, dieser Logik zu folgen (siehe Interview). Er findet sie abstrus, weil sie Opfer zu Tätern macht und allenfalls dafür taugt, die Lufthoheit über den Stammtischen der Selbstgerechten zu erobern. »Mittlerweile ist unsere Situation so pathologisch, dass es weniger um Neid geht als um Missgunst«, sagt Ronellenfitsch. »Es geht allen schlecht, also darf es ein paar Leuten nicht besser gehen. Die dürfen sich nicht freuen.« Schon gar nicht am Motorradfahren.

Artikel teilen

Anzeige

Aktuelle Gebrauchtangebote