Federn-Wirtschaft (Archivversion)

Federn-Wirtschaft
Was soll ich Eurer Meinung nach für Nachrüst-Gabelfedern verwenden – lineare oder progressive? Und worin liegen die Unterschiede im Fahrbetrieb?
Werner Koch,
MOTORRAD-Redakteur und Fahrwerks-Experte, www.motorradonline.de
Je nach Einsatzzweck werden progressive oder lineare Gabelfedern verbaut. Für den Straßenbetrieb sind progressiv gewickelte Federn besser geeignet. Ihr Vorteil: Aufgrund des eng gewickelten Teils der Feder reagiert diese bereits auf geringe Krafteinflüsse und sorgt damit für ein gutes Ansprechverhalten und komfortables Abfedern von Bodenwellen. Taucht die Gabel weiter ein, gehen die engen Federwicklungen auf Block, und der weiter gewickelte Teil kommt zum Einsatz. Diese Bauart verhindert ein Durchschlagen, etwa beim harten Bremsen. Die Einbaurichtung progressiver Federn wird so gewählt, dass die engen Wicklungen oben liegen. Das hat keinerlei Auswirkungen auf
das Federverhalten, reduziert jedoch die
ungefederten Massen. Bei sportlichen Maschinen hingegen setzt man überwiegend auf linear gewickelte Federn. Diese sprechen nicht so sensibel an, stabilisieren aber bei Schräglagenwechseln und beim Einlenken die Front und erhöhen
die Rückmeldung bei gleichermaßen
hoher Bremsstabilität. Die Einbaurichtung linearer Federn richtet sich danach, ob
die Windungsdurchmesser als Führung genutzt werden. Weist die Feder an beiden Seiten einen identischen Durchmesser
auf, ist die Einbaulage gleichgültig.
Beide Federbauarten können zusätzlich durch Ändern der Füllhöhe des Gabelöls
in der Funktion beeinflusst werden.
Das über dem Gabelöl befindliche Luft-
polster wirkt progressiv und unterstützt die mechanische Federwirkung.

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