Felgen richten: Beratung (Archivversion) Das sagt der TÜV

Bernd Schüttler vom TÜV Rheinland zum Thema »Richten von Motorradfelgen“

Das Nachbearbeiten von Motorradfelgen - sei es durch Schweißen, Richten oder spanendes Bearbeiten - halten wir für ein schwer kalkulierbares Risiko. Das Versagen, also der Bruch eines Leichtmetall-Gußrads führt anders als beim langsamen Lockern von Speichen bei Speichenrädern fast zwangsläufig zum Sturz. Unseres Erachtens müßte für jeden Felgentyp, der gerichtet werden soll, eine Festigkeitsuntersuchung gemacht werden. Hierzu muß die schwerste vorstellbare Beschädigung an diesem Felgentyp gerichtet und anschließend festigkeitsmäßig positiv geprüft werden. Damit die Richtbetriebe fachgerecht arbeiten können, benötigen sie alle Herstellerinformationen über die Felgen. Jede noch so geringe Werkstoff- oder Konstruktionsänderung erfordert eine Wiederholung der aufwendigen Prüfungen. Der Richtpreis von rund 250 Mark pro Felge würde sich dann eventuell nicht mehr realisieren lassen. Somit wäre der Preisunterschied zwischen Richten und Neukauf geringer, und der Motorradfahrer würde wohl eher zum Neukauf greifen. Mir persönlich wäre die Sicherheit einer neuen Felge bestimmt einen Mehrpreis von einigen hundert Mark wert. Außerdem besteht noch die Möglichkeit, sich eine unbeschädigte, gebrauchte Felge zu kaufen.

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