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Fischereihafen-Rennen 2010 in Bremerhaven: Honda CL 450, Bj. 71 in Aktion.

53. Fischereihafen-Rennen in Bremerhaven Straßenrennen mit Klassikern und Youngtimern

Zum 53. Mal veranstaltete die German Road Racing GmbH im Mai das legendäre Fischereihafenrennen. Über 18 000 Zuschauer begeisterten sich bei zumeist sonnigem Wetter für das spektakuläre Rennen zwischen Hafengebäuden und nicht mehr als Strohballen als Kiesbettersatz.

Fischereihafen-Rennen

Im Volksmund wird das Fischereihafen-Rennen gerne als "Fischkoppraserei" betitelt. In neun Klassen rauften 385 Teilnehmer aller Generationen dabei wieder zwischen Strohballen und Umschlaghallen miteinander, als wäre es die normalste Sache der rennenden Welt, sich auf einem Hafengelände mit Rennboliden von bis über 1000 Kubik die Kante zu geben.

Die schnellst gefahrene Runde des Wochenendes wurde in der Klasse 1 bei den "Fishtown Super Bike Open" ermittelt. Didier Grams absolvierte hier auf  einer Suzuki GSX-R1000  den knapp  2200 Meter kurzen Kurs mit einer beachtlichen 1:11. Höchste gemessene Geschwindigkeit dabei: 109.292 km/h.

Selbst die kleinsten Rennerle in der Schnapsglasklasse, "Sound of Fifties" genannt, mit ihren  fragilen Kreidlers, Zündapps oder Simsons bei schmalen 50-Kubik-Hubräumchen zeigten groß auf und brachten beim Motorfestgehen so manch spektakulären Stunt zustande. Motorsport kann schließlich gefährlich sein, steht ja schon auf der bunten Broschüre zum Event geschrieben.
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Strohballen statt Kiesbetten

Da flogen auch schon mal die Fetzen, Reifen- und Metallteile, die Strohballen auseinander oder es wurde der Notausgang rüber in die Makrelenstraße genommen. Ralf Rüdiger, mit seiner Gixer aus dem Jahr 1989 zum ersten Mal  am Start, berichtet: "Habe dann zu meinem Entsetzen feststellen müssen  - ups, da sind ja auch Kurven, wo ich dann auch sofort die erste ausgelassen habe." An der Kaikante und zwischen den Lagerhallen, direkt neben dem  abgestrohten Kurs, versammelten sich die verschiedenen Klassen und Generationen von Krädern und Kradbetreibern. Neben den Protagonisten der Classic Superbikes und AMA-Legends mit ihren ehrwürdigen Seeleys, Kawasaki GPZ oder Z 1000, Honda Bol d'Or und alten Katanas schraubten die Clubs an deren sonoren und honorigen MV Agustas und Laverdas, Benellis und Köwes von Ducati. Edelste Rennpferde, die bei zum Glück zumeist sonnigem Wetter zur Freude der über 18 000 Besucher im offenen Fahrerlager bestaunt werden durften, bevor sie schonungslos um den Kurs getrieben wurden.

Besonders die Gespanne beeindruckten das Publikum mit Aufsehen erregenden Überholmanöver in den Schikanen, wenn die Schmiermäxe auf den schmalen Seitenbanketten ihre Turnübungen in wilden Rechts-Links-Kombinationen zum Besten gaben. Einzigartig und bewundernswert.

Nicht minder heftig heizten die "Sound of Classics" in Klasse 4 mit Aggregaten wie Suzuki RGV 250 oder Yamaha RD bis 500 Kubik über den mit Gullideckeln nur so kontaminierten Kurs, ebenso wie die gerade dafür prädestinierten Super-Motos in Klasse 8.

Zwei Brücken ermöglichten den Zugang zu beiden Seiten des Kurses, Rundumsicht bis hin zur Wasserkante war angesagt. Die Händlermeile nahe der ersten Schikane im Kurs, mit namhaften Markengrößen von nah und fern bestens aufgestellt, lockte die Besucherscharen ebenso in die Reihen der Professionellen wie rüber zum Kai, wo sich die privaten Werkstätten neben den Wohnmobilen breit gemacht hatten.

So nah dran wie hier beim Fischereihafenrennen kommen die Besucher und Fans aller Rennklassen wohl kaum. Rennen hautnah, bis ran an die Schuppen, nächstes Jahr wieder.

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