Forum (Archivversion)

Stinkstiefel

Nach zwei Jahren intensiven Gebrauchs müffeln meine wasserdichten Lederstiefel etwas streng. Ansonsten sind sie noch top in Schuss. Wie bekomme ich die Stiefel wieder frisch, ohne die Schutzwirkung zu gefährden?

Reinhard Frey,
Geschäftsführer,
Daytona Schuhfabrik,
www.daytona.de
Besonders das Innen-
futter und die Einlegesohle nehmen Schweiß und Gerüche auf. Darum ist die Sohle auch lose eingelegt, damit man sie auswaschen (je nach Fabrikat ist das in der Waschmaschine möglich) oder regelmäßig wechseln kann. Generell sollten lederne Motorradstiefel nicht mit Seife oder Waschmittel gereinigt werden, da sie die Farbpigmente aus dem Leder lösen. In die Waschmaschine gehören Stiefel auf keinen Fall, sonst verändert sich deren Passform.
Lauwarmes Wasser reinigt zwar ein wenig, hilft aber nicht gegen Gerüche. Längeres Einweichen in Waschbecken oder Badewanne bringt etwas mehr. Nähten und Protektoren macht diese Behandlung nichts aus, allerdings saugen sich die verarbeiteten Schaumstoffe voll, und das Leder wird spröde und hart. Nach dem Trocken an der Luft – niemals direkt an einer Heizquelle oder in der Sonne – sollten die Stiefel neu imprägniert werden. Außerdem hält sie regelmäßiges dünnes Eincremen mit speziellem Lederfett geschmeidig und weich. Als schnelle Hilfe gegen Gerüche empfehlen wir das Schuh Fresh Deo der Firma BNS aus Mainz, Telefon 06131/9642512, zum Preis von 7,50 Euro.
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Altölrücknahme (Archivversion)

In den letzten Jahren habe ich immer mehr Schwierigkeiten, mein Altöl loszuwerden. Beispielsweise macht die Marken-Tankstelle, an der ich die nicht gerade billige Schmiere für den Ölwechsel kaufe, inzwischen keine Anstalten mehr, die entsprechende Menge Altöl zurückzunehmen. Ich dachte, der Handel sei dazu verpflichtet?
Stefan Schmidt, Castrol, PR & Communication
Manager Motorrad, www.castrol.de
Tatsächlich hat sich die Gesetzeslage zum Thema
Altölrücknahme nicht geändert. Handel
und Tankstellen, die Schmierstoffe ver-
kaufen, sind nach
wie vor verpflichtet, die gleiche Menge
an Altöl zurückzunehmen. Streng genommen muss sogar eine Altölannahmestelle sowie die Möglichkeit zu einem fachgerechten Ölwechsel vor
Ort oder in zumutbarer Nähe angeboten werden. Voraussetzung für die Rückgabe von Altölen ist allerdings ein Kassenzettel, der belegt, wie viel Öl beim Händler oder Tankstellenpächter gekauft wurde. Diese müssen dann ohne Wenn und Aber die gleiche Menge an Altöl zurücknehmen.

Elektrischer Lenker (Archivversion)

Vor einigen Jahren habe ich mal etwas über einen elektrisch verstellbaren Lenker gelesen. Wer bietet so etwas an, und passt das Teil an jede Art von Motorrad?
Günter Verholen,
Geschäftsleitung,
MV Motorrad-
Technik GmbH,
www.verholen.de
Die Entwicklung im Motorradbau hat – was Motoren-, Werkstoff-, Fahrwerks- und Bremsentechnik anbelangt – zwar ein sehr hohes Niveau erreicht, der Faktor Mensch mit seinen unterschiedlichen Körpergrößen und Gliedmaßen wird aber immer noch vernachlässigt. Eine »artgerechte« Sitzhaltung
und damit das angenehme Motorradfahren liegt in erster Linie an der optimalen
Einstellung von Lenker, Fußrasten und Sitzbank. Aus diesem Grund haben wir bereits im Jahr 1999 unseren elektrisch verstellbaren Lenker zum Preis von 1980 Euro für die beiden BMW-Modelle K 1200 RS und
GT entwickelt. Man erreicht damit
per Knopfdruck eine Verstellung
um 80 Millimeter zum Fahrer hin. Die zwei Jahre später präsentierte
mechanische Version mit Klemm-
hebel kostet knapp 550 Euro und passt ebenfalls nur an die angegebenen BMW-K-Modelle.

Streckensperrungen (Archivversion)

Den größten Teil der rund 25000 Motorradkilometer pro Jahr lege ich auf Touren durch ganz Deutschland zurück. Immer wieder stoße ich dabei auf mir bis dahin unbekannte Streckensperrungen. Da diese meines Wissens auf regionaler Ebene ausgesprochen und nicht bundesweit erfasst werden, fand ich bis dato keine Möglichkeit, sie schon im Vorfeld aus meinen Tourenplänen rauszustreichen. Oder kennen Sie eine Übersichtsliste?
Michael Schröder,
MOTORRAD-
Unterwegsredakteur,
www.motorradonline.de
Streckensperrungen sind ein leidiges Thema – wem hat eine abgesperrte Trasse nicht schon mal einen
Wochenendtrip verhagelt? Das Ganze ist besonders ärgerlich, weil es sich bei den gesperrten Teilstücken in der Regel um hochattraktive Pas-
sagen handelt, die mit Kurven und Kehren nur
so gespickt sind. Ist eine Streckensperrung erst einmal ausgesprochen, dauert es meist sehr
lange, bis sie wieder rückgängig gemacht wird – wenn überhaupt.
Sämtliche Sperrungen werden auf regionaler Ebene beschlossen, eine zentrale Erfassungsstelle, bei der man sich über den aktuellen
Zustand erkundigen könnte, gibt es nicht.
Allerdings findet sich auf der Internetseite des Bundesverband der Motorradfahrer e.V. (www.bvdm.de) eine nahezu komplette Auf-
listung aller Streckensperrungen in Deutsch-land. Als weiterer Tipp sei das Internetportal www.jokko.de empfohlen: Die bekannten Streckensperrungen sind unter dem Überbegriff
Verkehrsinfo genannt. Der MOTORRAD-Tourenplaner berücksichtigt ebenfalls bei der Ausar-beitung einer Tour die zum Zeitpunkt der Erstellung bekannten gesperrten Strecken. Die aktuelle Version ist ab sofort erhältlich (Preis 39,95 Euro) und kann unter www.motorrad-
online.de/touren planer bestellt
werden.

Bremsleistung (Archivversion)

Wo ist die Belastung für eine Bremsanlage höher – auf der Rennstrecke oder beim Pässebolzen in den Alpen? Und welche Komponente des Bremssystems kommt als erstes an ihre Grenzen?
Dipl.-Ing. Ruediger Kohlmetz, Gustav Magenwirth
GmbH & Co.KG, Marktbereichsleiter Controls,
www.magura.com
Bei Passabfahrt und Rennstrecke sind die Belastungen
für das Bremssystem extrem hoch, allerdings unterscheidet sich die Art der Beanspruchung ganz grundsätzlich von-
einander. Bei der Passabfahrt wird zwischen den Kehren (Bremsphasen) immer wieder beschleunigt, ohne besonders hohe Geschwindigkeiten zu erreichen. Dadurch fehlt die
nötige Kühlung, wodurch das Hydrauliksystem thermisch enorm belastet wird. Die Hangabtriebskraft verstärkt diesen Effekt aufgrund der höheren benötigten Bremsleistung. Ebenfalls negativen Einfluss üben die mittlerweile zum Standard gewordenen Sintermetallbeläge aus, die eine sehr hohe Wärmeleitfähigkeit
aufweisen und dadurch die Temperaturen in der Bremszange und somit auch
im Hydrauliksystem weiter ansteigen lassen. Früher oder später überhitzt die Bremsflüssigkeit, und es kommt zu gefährlichem Fading: Der Druckpunkt am Bremshebel wandert zum Griff, und die Bremswirkung lässt trotz zunehmender Handkräfte stark nach.
Auf der Rennstrecke sind die Spitzenbelastungen von Bremsscheiben und Be-
lägen deutlich höher als beim Pässebolzen, da aus viel höheren Geschwindigkeiten verzögert wird. Die sorgen gleichzeitig für eine wesentlich effektivere Kühlung zwischen den Bremszyklen. Dennoch kommt es mit zunehmender Renndauer auch hier zu einer Erwärmung des gesamten Bremssystems und in letzter Konsequenz zur Überhitzung der Bremsflüssigkeit mit den genannten Auswirkungen.

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