Frostschäden (Archivversion) Aufbruchsstimmung

Allein im Zuständigkeitsbereich des Rheinischen Straßenbauamts Gummerbach sind durch Unfälle, die durch defekte Straßen und Bitumenflickerei verursacht wurden, Personen- und Sachschäden in Millionenhöhe aufgetreten. Motorradfahrer sind daran überproportional beteiligt. An dieser mißlichen Situation wird sich so schnell nichts ändern, weil die Kommunen, Länder und Bund zumindest eines gemeinsam haben: leere Kassen. Alle zehn bis zwölf Jahre müßte der Fahrbahnbelag komplett erneuert werden - momentan sind das nicht mehr als fromme Wünsche. »Zur Zeit ist kein Pfennig frei. Sämtliche Gelder sind bereits durch laufende Straßenbaumaßnahmen gebunden«, bedauert Hans Convents, Chef des Rheinischen Straßenbauamts Gummersbach. Die Situation ist schlimmer denn je. Weil Väterchen Frost diesen Winter wieder einmal erbarmungslos zuschlug: Regenwasser drang in den Straßenbelag ein, gefror bei Temperaturen unter Null, dehnte sich in diesem eisigen Zustand über Gebühr aus und schmolz bei Tauwetter wieder zusammen. Dieses konstante An- und Abschwellen hält der beste Asphalt nicht aus. Dazu Ulrich Halfmann, leitender Regierungsdirektor am Bundesamt für Straßenwesen (BASt) in Bernsdorf: »Der größte Feind der Straße ist das Wasser:« Das macht aus einst ebenen Belägen wahre Wellenpisten, die an immer mehr Stellen aufbrechen. Für Motorradfahrer ein steter Gefahrenherd, zumal die meisten Straßenbauämter diese Straßenschäden lediglich mit Bitumen zukleistern. Jenem Stoff also, der auf zwei Räder wie Glatteis wirkt. Und den die Straßenbauämter wider besseres Wissen in die Fugen spritzen. elk

Artikel teilen

Aktuelle Gebrauchtangebote