Führerschein Klasse 3 für 125er: Problem bei Entzug und späterer Neuerteilung (Archivversion) Wie gewonnen

»Alles paletti«, dachte sich Horst K.* aus Stuttgart: »Dreier vor dem 1.4.1980 gemacht. Damit habe ich nach dem neuen Führerscheingesetz die Erlaubnis, eine 125er zu fahren, im Sack.« Von heute auf morgen bereicherte ein properer Achtelliter-Chopper aus Korea seinen Fuhrpark. Und sonntags sah man den stolzen Neu-Biker statt im Golf Cabrio nur noch auf seinem zweirädrigen Schmuckstück die nahe Gartenwirtschaft anpeilen. Horsts Glück währte nicht lange. Nach einer dieser Biergarten-Visiten geriet er in eine Polizeikontrolle, und die Beamten sagten ihm klipp und klar, daß er ohne gültige Fahrerlaubnis unterwegs sei. Begründung: Ihm sei im Jahr 1987, also nach dem Stichtag 1. April 1980, der Führerschein entzogen worden. Seine neue Fahrerlaubnis datiere von 1988, und damit träfen die Bestimmungen des neuen Führerscheingesetzes zum Führen eines motorisierten Zweirads mit bis zu 125 cm³ Hubraum und bis zu 15 PS auf ihn nicht zu. »Das ist völlig rechtens«, meint Dr. Joachim Jagow, Ministerialdirigent und Führerscheinexperte im Bonner Bundesverkehrsministerium. »Hier greift die sogenannte Besitzstandsregelung.« Die besagt in diesem Fall, daß Horst nicht mehr mit seiner 125er fahren darf, weil mit der Neuerteilung der Fahrerlaubnis im Jahr 1988 sein alter Besitzstand verfallen ist. »Es gilt«, so Jagow, »immer nur der Besitzstand zur Zeit der Wiedererlangung des Führerscheins.« Also im Fall von Horst der von 1988 - und damit hat er den Stichtag 1. April 1980 um acht Jahre verfehlt. Mittlerweile hat Horst seinen Chopper verkauft und sich einen 50er Roller zugelegt. Denn den darf er auch mit seinem neuen Führerschein Klasse 3 allemal fahren.*Der Name ist der Redaktion bekannt

Artikel teilen

Anzeige

Aktuelle Gebrauchtangebote