Gebrauchtberatung (Archivversion) Augenblick mal

Wer beim Gebrauchtkauf etwas genauer hinschaut, kann unter Umständen viel Geld sparen.

Der Preis allein sollte beim Kauf eines gebrauchten Motorrads nicht entscheiden. Oft ist die etwas teurere Maschine bei näherem Hinschauen die wesentlich bessere Wahl. Vermeintliche Schnäppchen entpuppen sich auf den zweiten Blick häufig als reparaturbedürftige Baustellen. Um spätere Folgekosten zu minimieren, lohnt es sich, bei der Besichtigung das Motorrad auf äußere Mängel genau zu untersuchen. Und dazu braucht es keinen Experten, denn abgefahrene Reifen, einen verschlissenen Kettensatz (Haifischzähne), riefige Bremsscheiben oder Ölundichtigkeiten erkennt auch der Laie. Dasselbe gilt für sämtliche potenziellen Sturzteile wie Spiegel, Blinker, Sitzbank, Tank und ähnliches. Gebrauchtinteressenten, die wissen, was Ersatz für defekte oder verschlissene Bauteile kostet, haben beim Handeln entscheidende Argumente auf ihrer Seite. Ganz abgesehen davon verhindert die Kenntnis der erforderlichen Investitionen mögliche Fehlkäufe.
Für alle, die nicht selbst Reparaturen ausführen können oder wollen, ist es darüber hinaus von Vorteil, über anfallende Werkstattkosten Bescheid zu wissen. Zu den teuersten Reparaturen gehört mit bis über 700 Euro zum Beispiel bei vielen Bikes der Austausch des Getriebeausgangslagers, da für die Reparatur meist der Motor komplett zerlegt werden muss, was entsprechend viel Zeit kostet.
MOTORRAD hat als Hilfestellung die Preise für zahlreiche Sturz-, Verschleiß- und Ersatzteile der populärsten Modelle verschiedener Hersteller aufgelistet – außerdem den Arbeitsaufwand für häufige Defekte. Sämtliche Angaben stammen von den Herstellern oder Importeuren beziehungsweise deren Vertragswerkstätten. Je nach Region können die Kosten für Reparaturen deutlich schwanken, da die Verrechnungswerte für einen Arbeitswert (AW) differieren. Der durchschnittliche Stundenlohn (zehn AW entsprechen einer Stunde) in Motorrad-Betrieben betrug 2003 laut Zentralverband des Deutschen Kraftfahrzeuggewerbes knapp 55 Euro.
In abgelegenen Gegenden kostet eine Stunde deutlich weniger, in Ballungszentren teils wesentlich mehr. Wer sich rechtzeitig informiert und bei seinem Händler nach den Kosten für anfallende »Sanierungsmaßnahmen« fragt, kann diesen Betrag zumindest teilweise mit dem geforderten Kaufpreis gegenrechnen. Oder sich nach einem vergleichbaren Motorrad umschauen, das teurer, jedoch ohne Mängel ist.

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