Gebrauchtberatung (Archivversion) Sechs Richtige?

Motorrad-Gebrauchtkauf ein Glücksspiel, bei dem der Kunde häufiger verliert als gewinnt? Wer das Risiko minimiert und beim Händler kauft, ist auf der sicheren Seite.

Auch langjährige Profis sind nicht davor gefeit, ganz zu schweigen von den jungen Hasen. Mit den ersten längeren Sonnentagen im Frühjahr ist plötzlich völlig klar: Die eigene Maschine ist zu alt, zu schwach und langweilig, das Design wirkt wie von vorgestern. Wer dann dem zugegebenermaßen starken Reiz der Ladenneuen widerstehen kann, greift auf die wesentlich preisgünstigeren Angebote auf dem Gebrauchtmarkt zurück. Das Wunschmotorrad aus zweiter Hand liegt nach drei Jahren und mit einer Kilometerleistung von 25000 etwa ein Drittel unter dem Neupreis. Den rund 160000 Neumaschinen, die im Jahr 2002 in Deutschland verkauft wurden, stehen immerhin zirka 350000 Gebrauchtmaschinen gegenüber, die im gleichen Zeitraum den Besitzer wechselten.Wer das Angebot von Privat in Fachpresse, Annoncenblättchen oder im Internet überfliegt, wird feststellen: Das Angebot an japanischen Mittel- und Oberklassemodellen ist so reichlich, dass der noch Unentschlossene leicht den Überblick verliert. Doch nicht alle Offerten halten, was sie versprechen. Bei einer Besichtung zeigt sich oftmals, dass der geforderte Preis mit der tatsächlich vorgefundenen Qualität nicht übereinstimmt.Gebrauchtkauf bei einem soliden Händler ist in den häufigsten Fällen sicher nicht die preisgünstigste Methode. Aber bei gutem Urteilsvermögen und nach ausführlicher Probefahrt mit dem seit Januar 2002 geltenden Gewährleistungsrecht ist es für die Käufer eine wesentlich risikolosere Art, ein solides Motorrad zu erwerben. Für den Kauf beim Händler spricht vor allem dessen Pflicht, alle versteckten Mängel, die schon beim Kauf bestanden, ein Jahr lang auf eigenen Kosten zu beheben.Die Kehrseite der Medaille: Bei älteren Modellen so ab zirka acht Jahren geht der Gebrauchthandel immer häufiger dazu über, diese in die europäischen Nachbarländer abzuverkaufen, in denen die Gewährleistungregelung noch nicht gilt, um das eigene Risiko zu minimieren. Das macht das Angebot im Niedrigpreissektor rarer, da ist der Gebräuchtkäufer dann meist auf den Privatkäufer angewiesen.MOTORRAD hat dieses Mal sechs große Gebrauchthändler in verschiedenen Regionen Deutschlands gebeten, ihr Schnäppchen-Angebot zu offerieren. Dabei reicht die Palette von der sieben Jahre alten Suzuki GSF 600 S Bandit für 3000 Euro bis zur zwei Jahre alten BMW R 1100 S für gut 9000 Euro. Alle Motorräder sind frisch oder neuwertig bereift, Kettensätze, Bremsbeläge und andere Verschleißteile weisen noch rund 75 Prozent Wertigkeit auf, eine Inspektion wurde durchgeführt.

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