Geräuschmessungen

Ein besonders heikles Thema, nicht nur bei einem Auspuffanlagentest, sondern vor allem bei Kontrollen im Straßenverkehr. Denn die Polizei kennt keine Gnade, wenn jemand mit einer zu lauten Auspuffanlage unterwegs ist. Bislang besteht am Straßenrand nur die Möglichkeit einer Standgeräuschmessung. Als Toleranzgrenze gelten hierbei fünf dB (A) über dem in den Fahrzeugpapieren eingetragenen Wert. Wenn die Ordnungshüter Zweifel haben, dass es sich um einen regulären Dämpfer handelt, sind sie berechtigt, das Motorrad für eine Fahrgeräuschmessung zu konfiszieren. Das droht in jedem Fall allen Fahrzeugen, die bei der Standgeräuschmessung die Toleranzgrenze überschreiten. Dann heißt es: entweder bei nächster Gelegenheit mit einer zulässigen Anlage vorfahren oder einer teuren Fahrgeräuschmessung zustimmen.

Standgeräuschmessung: Das Mikrofon wird in Höhe der Auspuffmündung im Winkel von 45 Grad zur Fahrzeuglängsachse und im Abstand von 0,5 Metern positioniert. Gemessen wird bei halber Nenndrehzahl (bei Motorrädern, deren Nenndrehzahl über 5000/min liegt – was bei fast allenModellen der Fall ist). Als Ergebnis zählt der höchste von drei Messwerten, gerundet auf volle dB (A).

Fahrgeräuschmessung: Als Messstrecke dient eine große Fläche mit Normasphalt, die im Umkreis von 50 Metern zum Mikrofon keine schallreflektierenden Gegenstände aufweisen darf. Das Motorrad fährt im zweiten und dritten Gang mit 50 km/h an die Messstrecke heran. Der Fahrer zieht am Anfang der Strecke das Gas voll auf und beschleunigt bis zum Ende, wo er das Gas wieder abrupt schließt. In jedem Gang werden zwei Vorbeifahrten von rechts und zwei von links aufgezeichnet. Die insgesamt acht Messwerte werden gerundet und dann ein dB (A) Toleranz abgezogen. Der Mittelwert daraus ergibt schließlich den alles entscheidenden Fahrgeräuschwert.

Fahrzeugvoraussetzungen: Das Testfahrzeug für Homologations- oder Nachmessungen von Zubehörschalldämpfern darf im Serientrimm den in den Papieren eingetragenen Wert – im Fall der Bandit 79 dB (A) – um maximal drei dB (A) überschreiten, den gültigen Grenzwert von 80 dB (A) jedoch nur um ein dB (A). Folglich darf die Bandit maximal 81 dB (A) erreichen. Der Standgeräuschwert, bei der Bandit sind 89 dB (A) eingetragen, darf ebenfalls um drei dB (A) über dem eingetragenen Typprüfwert liegen. Einen Grenzwert schreibt der Gesetzgeber hier nicht vor.

MOTORRAD gesteht den Zubehörschalldämpfern beim Test die für die Serienanlage zulässigen Toleranzgrenzen zu. Bei einer offiziellen Homologation müssten die Nachrüstdämpfer exakt den Fahrgeräuschwert der Originalanlage einhalten, dürften also streng genommen nicht lauter sein als die gemessenen 79 dB (A) der serienmäßigen Bandit.

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