Gespann-Moto Cross-WM Reutlingen (Archivversion) Weltmeister Sergis/Rasmanis - die Exoten

Motorradsport-Weltmeister stammen üblicherweise aus dem westlichen Europa, manche von down under und - wenn´s denn sein muß - aus den USA. Insofern läßt sich der aktuelle Status von Kristers Sergis und Artis Rasmanis in ihrer Heimat erklären: Die 24 beziehungsweise 26 Jahre alten Gespann-Crosser gelten seit ihrem WM-Titel im vergangenem Jahr in Lettland als Nationalhelden. Gleichzeitig zählt Gespann-Moto Cross nicht zuletzt ihretwegen mit über 30 000 Fans pro Rennen inzwischen zu den publikumswirksamsten Sportarten im erst 1990 gegründeten Staat im Baltikum.Wobei der Start ins ungewöhnliche motorsportliche Glück nicht einfach ist. Ein Moto Cross-Gespann kostet etwa 40 Brutto-Monatslöhne und ist somit ohne generösen Sponsor für niemanden erschwinglich. Glück für die beiden: Papa Sergis bestritt zu Sowjet-Zeiten schon Gespann-Rennen und ermöglichte just 1990 über gute Kontakte den Stapellauf von Sohnemann Kristers samt Nachbar Rasmanis. Inzwischen öffnet für die beiden Twens aus Cesis, etwa 80 Kilometer von der Hauptstadt Riga entfernt gelegen, ein nationales Holzbauunternehmen seine Kassen, der gespannverrückte holländische KTM-Importeur schließt die restliche Finanzierungslücke.Insofern erklärt sich auch der Profistatus der beiden Dreirad-Akrobaten im selbst auf WM-Niveau üblicherweise als Amateur betriebenen Gespannsport: Um sich die über 2000 Kilometer langen Anreisewege zu sparen, leben und trainieren die Weltmeister in den Niederlanden. Dennoch läßt´s sich auf Gespann-Lorbeeren auch für die beiden Volksheroen nur schlecht ausruhen. Von Oktober bis Februar schrauben die gelernten Kfz-Mechaniker in ihrer gemeinsamen Auto-Werkstatt ausnahmsweise mal an vier Rädern.

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