Gesucht: Der Motorradfahrer des Jahres 2002 (Archivversion)

Fährt der Bauer durch die Wiese, sucht er ...

... seine liebe Liese. Von liebestollen Landmännern und anderen Gefahren für Motorradler.

Sommer, Sonne - den Landwirt sticht der Hafer und der Motorradfahrer ins Grüne. Über Berg und Tal, am liebsten dorthin, wo sich Hase und Igel gute Nacht sagen und freie Straßen garantiert sind. Freie Straßen? Schön wär’s. Gerade in ländlichen, verkehrsarmen Gebieten ist die Verführung, schneller zu fahren, als es die Polizei und die Sicht voraus erlaubt, enorm groß, die Überraschung über mächtige Mähdrescher und rasant daher kachelnde Milchlaster mitunter aber noch enormer. Vor einer zünftigen Landpartie sollte der Motorradler sich deshalb auf einige brisante Gefahren, die da seiner warten können, schon mal geistig vorbereiten.0 Rutschgefahr. Gerade die netten, kleinen, verschlungenen Motorradsträßchen haben’s in sich. Oder besser: auf sich. Bei Straßen mit unbefestigten Randstreifen werfen sich gern Schotter und Lehm vors Vorderrad, aufgewirbelt durch forsch einherbrausende Lkw- und Pkw-Lenker, die in Rechtskurven schon mal den Randstreifen in ihre Ideallinie einbeziehen. Dann bleibt nur die enge, frei gefahrene Spur oder ein massives Ausweichmanöver auf die Gegenfahrbahn - natürlich nur, wenn die einsichtig und frei ist. 0 Hundsgemein bringen bei sommerlichen Temperaturen dickwulstige Bitumenstreifen den Kradler ins Schwitzen. Die aufgeweichten Teerstreifen sorgen in Schräglage für mächtige Unruhe im Fahrwerk und können beim Bremsen eine nicht kalkulierbare Blockade der Räder verursachen.0 Dieselöl, das meist wegen vergesslicher Trucker, die ihren Tank nicht deckeln, in breiten Streifen die Straße zur Rutschbahn macht, hat immerhin einen Vorteil: Es ist gut zu riechen. Also beim ersten zarten Dieselduft Gas weg und die Straßenoberfläche im Auge behalten. 0 Der Wanderer, das unbekannte Wesen. Deshalb Warnstufe gelb an Kreuzungen und Parkplätzen vor allem in uneinsichtiger Lage. Und Warnstufe rot an Wochenenden und Feiertagen. Weil müde, durstige Wandersmänner und -frauen oft nur noch an die nächste Gartenwirtschaft denken, dreht der erfahrene Kradler beim Anblick von Kniebundhosen subito den Gashahn zu, inspiziert sorgfältig, was da keucht und läuft, und rechnet am besten mit allem. Auch damit, dass es Automobilisten hungern und dürsten könnte. Der Blickkontakt zum Fahrer lässt oft schon erkennen, ob er das herannahende Motorrad erspäht hat oder seine Augen bereits Wurstsalat und Weizenbier imaginieren. 0 Vorsicht, Radler. Speziell in Flusstälern und verkehrsarmen Regionen strampeln die Pedaleure im Schritttempo dahin. Überholen bei Gegenverkehr ist auf schmalen Straßen nicht drin, denn der Sicherheitsabstand von mindestens einem Meter zwänge den Kradler auf die Gegenfahrspur. In Radlerhochburgen sei deshalb ein gedrosseltes Tempo anempfohlen, vor allen an unübersichtlichen Stellen.0 Der Landwirt. Ein fleißiger Mensch, der jedoch in der Einsamkeit der ländlichen Idylle gern auch mal die Straße kreuz und blockiert, weil er denkt, dass sie eh ihm gehört. Deshalb gilt für Motorradfahrer bei allen Hofeinfahrten oder Feldwegen erhöhte Alarmbereitschaft. Gas weg, kurze Blicke nach links und rechts und stets zum Bremsen oder Ausweichen bereit sein.0 Der Landwirt als Maschinist. Steht die Ernte an, ist der Bauer nicht mehr zu halten. Von früh bis spät heulen die gespenstischen Mähdrescher über Land. Auf schmalen, kurvigen Landstraßen machen sich die Kolosse noch breiter, als sie eigentlich schon sind. Die Ernte dauert oft bis in die tiefe Nacht, also ist auch nach Sonnenuntergang höchste Vorsicht geboten. Weil Traktoren beleuchtungstechnisch nicht immer bestens in Schuss sind und der Bauer, der verliebte zumal, manchmal anderes im Kopf hat, als zu blinken, sollte der Motorradler beim Überholen von Traktoren und ähnlichem Gefährt sorgfältig abschätzen, ob sich für den Trecker eine Abbiegemöglichkeit (Einfahrt, Abzweigung, Feldweg) nach links eröffnet. Im Zweifelsfall so lange hinterher zuckeln bis die Lage eindeutig ist oder der nette Landwirt das Krad sichtet und vorbeiwinkt. 0 Sicht weg - Gas weg. Hoch gewachsenes Gras oder Getreide versperrt die Einsicht in Kurven oft massiv. Dann gilt, auch wenn’s schwerfällt: Gas weg. Speziell in langen, weit gezogenen Kurven kann auf plötzlich auftretende Hindernisse nicht mehr schnell genug reagiert werden. Selbst auf bekannten Strecken, die man blind fahren könnte, muss deshalb die Geschwindigkeit definitiv runter.
Anzeige

Motorradfahrer des Jahres 2002: Info (Archivversion) - 25 aus 1000: Der Countdown läuft

Rollsplitt, Bitumen, liebestolle Bauern: Motorrad fahren ist eine recht komplexe Angelegenheit – oben bleiben nicht immer leicht. Allerdings, und darum geht’s: Ein gewisses Maß an Phantasie, immerwährende Vorsicht sowie der sichere Umgang mit der Maschine steigern die Sattelfestigkeit und den Spaßfaktor enorm. Wie jede andere – sagen wir ruhig – Sportart, will auch Motorradeln ständig trainiert sein: Bremsen, Ausweichen, richtig Kurven fahren, Rutscher abfangen und die Lücke entdecken, die den Crash vereitelt: All das kann man, muss man üben, üben, üben.»Der Motorradfahrer des Jahres«, eine gemeinsame, bundesweit angelegte Aktion von MOTORRAD und Aral, soll eben diese Notwendigkeit verdeutlichen. Gesucht wird nicht etwa nach irgendwelchen Möchtegern-Rossis, sondern nach Fahrerinnen und Fahrern, die das Thema Motorrad umfassend begreifen, heißt: von der ersten Hilfe-Maßnahme bis zur Ideallinie alles drauf haben.Der Countdown läuft. Nach fünf Monaten, 29 Vor- und fünf Zwischenrunden stehen die 25 Teilnehmer fest, die vom 1. bis zum 4. September 2002 um den Titel und nicht zuletzt ein 12000 Euro schweres Motorrad fighten. Austragungsort: Nürburgring. Zuschauer: willkommen. Hauptdarsteller (in alphabetischer Reihenfolge): Norbert Auffarth, Dieter Böhm, Manfred Dehorn-Emden, Ulf Diehl, Matthäus Eckert, Gerhard Forster, Olaf Gundlach, Bernhard Haager, Thomas Häcker, Thilo Häfele, Rainer Hirsch, Detlef Hohmann, Michael Janner, Klaus Kellner, Peter Kopf, Mario Korous, Martin Lübben, Mark Monhof, Dirk Scheel, Manfred Schmider, Peter Seydel, Oliver Utz, Rainer Vooes, Jörg Wiedemann, Thomas Wübben.

Artikel teilen

Anzeige
Anzeige

Aktuelle Gebrauchtangebote