Gewinde-Reparatur (Archivversion) Aus dem Nähkästchen

MOTORRAD unterhielt sich mit Horst Zeller, 37, Mitarbeiter der Motoreninstandsetzungs-Firma GDM in Uhingen - der Firma übrigens, die die SoS-Rotax von MOTORRAD-Redakteur Werner Koch zur wahrscheinlich stärksten Rotax in Deutschland machte.

Mit welchen Gewinde-Einsätzen hat GDM die besten Erfahrungen gemacht?Wir probieren es immer zuerst mit HeliCoil. Wenn das aus irgendwelchen Gründen nicht klappen sollte, kann man immer noch einen dickeren Gewinde-Einsatz verwenden.Man hört aber ab und zu, daß die HeliCoil-Einsätze wieder herauskämen?Das passiert nur dann, wenn die Einsätze nicht richtig, nämlich nicht tief genug eingebaut wurden. Der Einsatz muß so tief eingeschraubt werden, daß er mindestens einen Gewindegang unter der Oberfläche verschwunden ist. Vielmehr sind mir bei der Motor-Demontage schon etliche Massiv-Einsätze entgegengekommen, besonders aus den Zündkerzengewinden.Benutzt GDM also nie Massiv-Buchsen?Doch, in weichen Materialien wie zum Beispiel Magnesium nehmen wir selbstschneidende Buchsen von Ensat. Außerdem kann man die auch gut unter beengten Platzverhältnissen einbauen und benötigt hierfür wenig Arbeitsgänge.Und andere Fabrikate werden nicht eingesetzt?Nein, damit haben wir keine guten Erfahrungen gemacht. Entweder sind zu viele Arbeitsschritte zum Einbau notwendig, oder die Buchse kommt später wieder heraus - oder beides.Was raten Sie dem Hobby-Schrauber, daß es gar nicht erst zu einem defekten Gewinde kommt?Immer gefühlvoll arbeiten. Das Eindrehen einer Schraube, besonders aber von Zündkerzen niemals mit der Ratsche, sondern immer von Hand beginnen. Wenn sich die Schraube schwer eindrehen läßt, wieder raus und noch mal versuchen. Wenn das nicht hilft, Gewinde mit einem Gewindebohrer nacharbeiten und eine neue Schraube verwenden. Und das Festdrehen vorsichtshalber mit einem Drehmomentschlüssel erledigen - denn nach fest kommt ab.

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