«Gilera kommt zurück“ (Archivversion) «Gilera kommt zurück“

Alessandro Barberis, 60, seit Dezember 1997 Piaggio-Chef, erläutert die Pläne des italienischen Zweirad-Herstellers

Piaggio, Europas größter Produzent von Rollern - 1996 verließen 620000 Scooter und Dreiräder das Band in Pontedera, weitere 300000 Fahrzeuge das indische Werk in Kampur - plant, in naher Zukunft auch Motorräder zu bauen. Schließlich gehört die traditionsreiche Marke Gilera zum Konzern. Wie sehen die Pläne unter dem Namen Gilera aus? Unser erstes Motorradprojekt namens Gilera wird ein kleines Custom-Bike sein. Allerdings kann ich noch nicht sagen, wann es kommen wird.Wird dann das alte Gilera-Werk in Arcore bei Mailand wiederbelebt?Nein. Arcore haben wir im Dezember 1995 entgültig aufgelassen. Heute verfügen wir auch im Piaggio-Stammwerk über genügend Platz und technologisches Know-how, um Motorräder zu produzieren.Sie kommen von Fiat, waren Chef von Magneti Marelli. Kann der Zweirad-Bereich von den Autoherstellern lernen?Ich denke, daß auch die Zweirad-Hersteller mehr zusammenarbeiten sollten, wie es die Autofirmen schon tun, etwa im Bereich der Motoren. Wir fangen jetzt damit an und werden in den neuen Roller Hexagon 250, der im Mai kommt, einen Honda-Motor einbauen. auf der anderen Seite bieten wir jetzt auch unsere Motoren zum Kauf an, und es gibt bereits ein reges Interesse.Honda hat angekündigt, daß man im Jahr 2002 den Bau von Zweitaktmotoren einstellen wird. Wie will Piaggio den immer strengeren Umweltbestimmungen begegnen?Wir bauen ja Viertaktmotoren, bei den Zweitaktern setzen wir auf Einspritzung. Im übrigen arbeiten wir auch an einem reinen Elektroroller, für den allerdings eine geeignete Infrastruktur notwendig ist, etwa Parkplätze mit Aufladestationen in den Innenstädten. Auch wenn damit heute noch kein Geld zu verdienen ist, wir bleiben im Bereich Umwelt-Roller am Ball.

Artikel teilen

Anzeige

Aktuelle Gebrauchtangebote