GP-Fahrer, deutsche: Info (Archivversion)

Die deutschen Fahrer im AufwärtstrendDer erste LichtblickBei den ersten beiden Überseerennen war die Bilanz der deutschen Fahrer alles in allem katastrophal. Doch mit Erreichen europäischen Bodens in Jerez leiteten sie auf breiter Front die Trendwende ein. Dirk Raudies baute nach dem Totalschaden von Suzuka mit einem Chassis aus dem Vorjahr ein neues Motorrad auf, fand trotz der von der Konkurrenz als schädlich angesehenen Auslaßsteuerung an seinem Honda-elf-Hybrid den nötigen Topspeed und fiel im spanischen 125er GP nur wegen eines Spezialreifens zurück, der so gut wie keinen Grip aufbaute. Auch sein Klassenkamerad Peter Öttl steckte den Kopf trotz der Gehirnerschütterung von Malaysia nicht in den Sand. Denn seit seinem ersten von einem Kolbenklemmer verursachten Sturz in Shah Alam waren nur die Aprilia-Motoren schuld an seiner Misere. Auch in Jerez kam es zunächst zu keiner Besserung, worauf Öttl seinem Unmut am Freitag abend Luft machte. »Mein Motorrad ist deutlich langsamer als im Vorjahr. Und weil ich mich ständig mit Problemen auseinandersetzen muß, die nicht meine Aufgabe sind, geht mir fahrerisches Potential verloren.« Seine Kritik wirkte als reinigendes Gewitter: Noch am gleichen Abend schleppte Aprilia die nötigen Ersatzteile herbei, seine Maschine lief wieder besser, was Öttl im Rennen dann einen sauberen sechsten Platz ermöglichte. Teamkollege Tex Geissler, bei UGT 3000 auf einer Produktions-Honda unterwegs, beißt trotz mangelnder Motorleistung ebenfalls kräftig in den Lenker und verpaßte WM-Punkte in Jerez nur, weil er vor jeder Kurve durch Pumpen neuen Bremsdruck aufbauen mußte. Bei dem bislang weit unter Wert geschlagenen Halbliter-Aufsteiger Jürgen Fuchs waren es bislang eigentlich nur Kleinigkeiten, die den Erfolg verhinderten. »Zunächst haben wir ihm die Kritik an der Leistungsentfaltung im Teillastbereich nicht geglaubt. Aber dann haben wir es am Prüfstand überprüft - und es stimmte haargenau«, anerkannte Swissauto-Motorenkonstrukteur Urs Wenger und brachte neue Teile nach Jerez, die den Leistungseinsatz linearer machten. Wegen eines lockeren Lenkkopfs im Training kam Fuchs zwar immer noch nicht dazu, mit der elf 500 eine beständige Freundschaft zu schließen. Doch im Rennen erfüllte sich dann sein Traum, endlich den ersten Halbliter-Grand Prix ohne Ausfall zu Ende zu bringen.

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