GP-Fahrer, deutsche: Info (Archivversion)

ChampagnertaufeCostasneuer StolzSchon am Donnerstag ging das halbe Fahrerlager vor den Champagnerfontänen von Michael Doohan in Deckung. Der 500er Weltmeister taufte das neue Klinomobil von Grand Prix-Arzt Claudio Costa, das für über eine Million Dollar mit dem Erlesensten ausgestattet wurde, was der Markt für Medizinbedarf zu bieten hat. Die Reanimationsgeräte sind moderner als in manchem Krankenhaus. Außerdem gibt es fünf OP-Liegen, an denen Patienten versorgt werden können, ohne daß sich die Ärzte dabei in die Quere kommen.Übernahme fixPower Horsesattelt abDer angekündigte Wechsel an der Führungsspitze des Yamaha-Teams mit Luca Cadalora und Troy Corser ist vollzogen: Der bisherige Besitzer Alfred Inzinger, mit seinem Energy Drink Power Horse in einen finanziellen Abwärtsstrudel geraten, dankte bei Yamaha offiziell als Teamchef ab. Der amerikanische Millionär Bob MacLean und der englische Journalist Peter Clifford, der schon MacLeans privates Halbliter-Team gemanagt hatte, übernahmen bereits in Jerez das Ruder. Die neue Lackierung der Motorräder und die neuen Verträge werden allerdings erst in den kommenden Wochen fertiggestellt. Ob und um welche Gehaltseinbußen der Fahrer dann gefeilscht wird, steht noch aus.Streit bei SuzukiKlagtGobert?Das Theater um Anthony Gobert wird immer unwürdiger. »Beim nächsten GP in Mugello wird er voraussichtlich antreten«, erklärte Suzuki-Teammanager Garry Taylor in Jerez. Doch damit pokert Taylor nur auf Zeitgewinn, weil er nicht weiß, wie er sich aus seiner Zwickmühle befreien soll. Denn einerseits will er Gobert wegen dessen Eskapaden unbedingt loswerden, andererseits steht ihm eine Klage wegen Vertragsbruch ins Haus, falls er Gobert weiter in der Luft hängen läßt. Außerdem fehlt ihm ein Fahrer von Goberts Kaliber: Weder Ersatzfahrer Peter Goddard noch der ausgebrannte Superstar Daryl Beattie haben das nötige Ausnahmetalent, um der heiklen RGV 500 Manieren beizubringen.Aus für Big Bang?Yamahabaut umWas bei der elf 500 mit dem konsequenten Festhalten an der konventionellen 180-Grad-Zündfolge beider Zylinderpaare eingeläutet wurde und Michael Doohan derzeit bei der Honda NSR 500 fortsetzt, macht bei den anderen Herstellern Schule: Nun denkt auch Yamaha darüber nach, auf das offensichtlich überholte »Big Bang«-Prinzip der engen Zündfolge zu verzichten und wieder brav in gleichem Abstand zündende Motoren zu bauen. »Demnächst soll ich ein solches Motorrad testen«, verriet der Spanier Sete Gibernau vom Rainey-Team.Roberts über die Modenas KR 3Griff nachden SternenKenny Roberts bestätigte den ungewöhnlichen Aufbau seiner Dreizylinder-Modenas KR 3, bei dem sich zwei der drei Zylinder ein gemeinsames Kurbelgehäuse teilen. »Dieses Prinzip haben wir uns schon vor Jahren ausgedacht. Es stimmt auch, daß die Kiste heftig vibriert und so manche andere Kinderkrankheiten hat«, meinte King Kenny. »Doch weil wir so effektiv arbeiten wie die Formel 1, machen mir solche technischen Details wenig Kummer. Sollten wir eine Ausgleichswelle brauchen, bauen wir eben eine Ausgleichswelle. Sollten wir ein Kurbelwellenlager zwischen jenen beiden Zylindern brauchen, bauen wir eben ein neues Gehäuse. Beides ist in drei Monaten zu machen.“

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