GP-Werks-Aprilia RSA (Archivversion)

Pasinis Ausraster

Fünf technische Defekte in sieben Rennen: Da können einem Rennfahrer schon mal die Sicherungen durchbrennen. Wie 125er-Pilot Mattia Pasini, der beim Barcelona-GP zwei Runden an siebter Stelle fuhr, bevor ihn seine blaue Polaris-World-Aprilia am Ende der Zielgeraden abwarf. Wegen eines Kolbenklemmers.
Alle bisherigen Ausfälle hatte der Italiener mit Gelassenheit hingenommen. Diesmal aber platzte ihm der Kragen. Er rappelte sich auf, stapfte zu dem liegenden Motorrad und traktierte es mit Fußtritten. Einmal. Zweimal. Dreimal. Bis die Streckenposten endlich an der Unfallstelle ankamen und den 21-Jährigen aus Rimini beschwichtigen konnten.
Heftig in der Diskussion ist seither die neue Aprilia RSA, deren Drehschieber-Einlass nicht mehr seitlich am Gehäuse, sondern wie bei den gängigen Membranmotoren hinter dem Zylinder sitzt. Der Motor glänzt durch satteren Durchzug mit deutlich höherem Drehmoment und breiterem nutzbaren Drehzahlband. Dank eines moderneren Fahrwerks mit anderer Geometrie lässt sich die neue Maschine auch schneller und tiefer in die Kurven abwinkeln. Aufgrund des vergleichsweise komplizierten Drehschieber-Antriebs über einen Winkeltrieb leidet das Motorrad aber noch unter Kinderkrankheiten und ist insgesamt weniger zuverlässig als die alte RSR, mit der zum Beispiel Gabor Talmacsi um den Titel kämpft.
Freilich kann man dem neuen Motorrad sicher nicht die Alleinschuld an Pasinis miserabler WM-Situation – er steht mit mageren 16 Punkten nur auf Platz 18 der Tabelle – zuschieben. Mattia Pasini genießt nämlich den Ruf eines »Materialfahrers«, der seine Motoren beim Zurückschalten gern mit Überdrehzahlen malträtiert – die RSA-Modelle von Talmacsis Teamkollegen Sergio Gadea und Hector Faubel laufen meist einwandfrei. Fk
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Langbahn-WM (Archivversion) - Schützbachs Blitzstarts

Titelverteidiger Robert Barth ist bekanntlich zurückgetreten, und weder Rekordweltmeister Gerd Riss, noch Vize Joonas Kylmäkorpi gewann im bayerischen Pfarrkirchen das erste von drei Grand-Prix-Rennen um die Langbahn-Weltmeisterschaft 2007, sondern ein gewisser Sirg Schützbach (Foto). Der mit Schweizer Lizenz ausgerüstete ist zwar bisher nicht als GP-Sieger in Erscheinung getreten, aber immerhin seit 2002 in der Grand-Prix-Serie ununterbrochen dabei.
Im Unterschied zum Speedway-Grand-Prix, bei dem bis zum Finale »auf Schalke« am 13. Oktober kein einziger Deutscher mitdriften wird, waren auf der von Deutschen dominierten 1000-Meter-Sandbahn in Pfarrkirchen fünf der sechs qualifizierten Piloten für das A-Finale Einheimische. Bei der durch einen kräftigen Gewitterguss unterbrochenen Veranstaltung hatte Schützbach im Finale A gleich zweimal den alles entscheidenden Blitzstart und stürmte seinen Gegnern von ganz außen auf und davon. Da war selbst Schützbachs schwäbischer Landsmann Gerd Riss chancenlos. Der hatte sich im Finale auf den drittplatzierten Niederländer Theo Pijper konzentriert, den er ebenso wie Bernd Diener und Enrico Janoschka in Schach halten konnte.
Langeweile wird es trotz des Pfarrkirchener Schützbach-Fests in der WM nicht geben. Bei den zwei weiteren GP-Rennen, die beide auf kurzen, französischen Grasbahnen stattfinden, sind Pijper, die in Pfarrkirchen blassen Franzosen und der Finne Kylmäkopri die Favoriten. Ts

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