Grand Prix Afrika in Welkom (Archivversion) »Schwer messbar«

Grand-Prix-Experte Jürgen Fuchs über die Schwierigkeiten von Teams und Fahrern, die GP-Motorräder optimal fürs Rennen abzustimmen.

In Welkom wurde von der ersten bis zur letzten Trainingsminute an den Motorrädern geschraubt. Vielen Teams und Fahrern ist es dennoch nicht gelungen, die Maschinen optimal auf die extrem holprige Piste abzustimmen.Aber was ist eine perfekte Abstimmung? Die Fahrbarkeit eines Grand-Prix-Renners lässt sich nicht so leicht messen, was sich gerade beim Rutschen des Vorderrads zeigt. Denn zu 90 Prozent ist der erste gleichzeitig der letzte Vorderradrutscher. Um schmerzhafte Stürze zu vermeiden, ist der Pilot deshalb darauf angewiesen, dass ihm das das Vorderrad in Sachen Reifengrip genügend Rückmeldung gibt. Nur dann sitzt er auch locker auf seinem Gefährt. Eine Veränderung am Fahrwerk bewirkt in den meisten Fällen eine geänderte Gewichtsverteilung, um vorn oder hinten mehr Grip zu bekommen – und das in einem sehr schmalen Bereich. Wesentlich mehr Einfluss nimmt jedoch der Fahrer, wenn er mit der ganzen Hebelwirkung seines Körpers das Gewicht immer dahin verlagert, wo es gerade gebraucht wird. Dazu ist das nötige Vertrauen erforderlich. Manche Leute im Fahrerlager meinen, die Piloten sollen erst einmal Gas geben, bevor eine bewährte Abstimmung geändert wird. Die anderen gehen jedes gewünschte Experiment mit. Ich glaube, es braucht beides. Wenn der Fahrer nicht zurecht kommt, sollte das Team alles unternehmen, ihm ein »besseres« Motorrad hinzustellen. Wobei es manchmal weniger um die Technik als um den Rückhalt durch das Team geht. Ist der Fahrer gut drauf, braucht es manche Änderungen erst gar nicht. Er macht einfach das Beste aus der Situation – ein Aspekt, der gerade in Welkom zählte.

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