Grand Prix Argentinien in Buenos Aires (Archivversion) «Es ist eine Schande“

Der neue 250er Weltmeister Loris Capirossi steht in Italien im Kreuzfeuer der Kritik.

Italien ist entrüstet: Die Art, wie sich Loris Capirossi den 250er WM-Titel holte, findet in seiner Heimat keinerlei Zustimmung. Von »Wild-West-Methoden« ist in den Medien die Rede, von einem »bitteren Ende der WM«, oder vom »Schaden für das Image einer ganzen Sportart«. Kritisiert wird auch die Unfähigkeit des Aprilia-Rennstalls, seine drei Piloten Rossi, Capirossi und Harada unter Kontrolle zu bekommen. Über Internet hagelt es bereits Proteste der Rennsport-Fans, die dem Werk nahelegen, sich so schnell wie möglich von Capirossi zu trennen. Entsprechend sind die Reaktionen bei Aprilia. »Wir sind nicht gerade glücklich«, sagte Präsident Ivano Beggio kurz nach dem Rennen. Er zögerte sogar, aufs Podium zu gehen.Auch Aprilia-Technikchef Jan Witteveen sprach von einem »bitteren Beigeschmack«, und Pressesprecherin Matilde Tomagnini meinte: »Ich hoffe, er hat es nicht absichtlich getan - auch wenn es danach aussah.« Der tragische Verlierer Harada stand unter dem Podium und applaudierte dem neuen Weltmeister ironisch. Er will nicht mehr mit Capirossi im gleichen Rennstall fahren, »auch wenn das bedeutet, daß ich die Marke wechseln muß«. Den italienischen Fans aus der Seele sprach Haradas Chefmechaniker Giovanni Sandi: »Es ist eine Schande. So einer wie Capirossi verdient den WM-Titel nicht.«Eva Breutel

Artikel teilen

Anzeige

Aktuelle Gebrauchtangebote