Grand Prix Argentinien in Buenos Aires (Archivversion) 125er–––––

Tomomi Manako feierte seinen fünften Saisonsieg - und fühlte sich zwei Wochen nach Kazuto Sakatas Titelgewinn als neuer Weltmeister.

Kazuto Sakatas WM-Feier in Australien folgte unerwarteter Katzenjammer: Benzinproben vom Samstag und Sonntag in Phillip Island zeigten bei einer Routineuntersuchung eindeutige Spuren von Blei- und Oktan-Doping. Das Damoklesschwert der Disqualifikation schwebte auch beim Saisonfinale noch über dem Japaner, weil die versiegelten Benzinproben seines UGT-Aprilia-Teams in der Containerfracht nach Argentinien steckten und erst von dort zur Gegenanalyse nach Europa geschickt werden konnten.Während Spekulationen über die Herkunft des fragwürdigen IP-Treibstoffs im Fahrerlager kursierten, plante Kazuto Sakata, wie in Australien einfach abermals Vierter zu werden und die Diskussion um seinen WM-Titel unabhängig vom Ergebnis der Gegenanalyse verstummen zu lassen. Nach einem Superstart einsam in Führung, schien der Japaner das Geschehen auch unter Kontrolle zu haben, fiel nach drei Runden dann aber doch aus Nervosität und Mangel an Reifengrip zurück und mußte am Schluß noch kämpfen, um wenigstens als Fünfter ins Ziel zu kommen.Der schlecht gestartete Tomomi Manako, einzig verbliebener Rivale mit realistischen Titelchancen, witterte die Chance und schaltete rechtzeitig auf Angriff. »Mein einziger Gedanke war: Ich muß unbedingt gewinnen«, schilderte der UGT-Honda-Star. »Masao Azuma war wieder mal mit Abstand der Schnellste, in seinem Windschatten habe ich den Anschluß an die Spitzengruppe erwischt und Marco Melandri in der letzten Runde elegant ausgebremst.«Damit war die WM-Wertung auf den Kopf gestellt. Sakatas 13 Australien-Punkte abgerechnet, hatte nun Manako knapp die Nase vorn - und ließ wissen, er wäre sehr verärgert, falls ihm der Titel mit dem zwei Tage später erwarteten Analyseergebnis wieder durch die Lappen gehen würde.Doch zunächst machte Sakata seinem Unmut Luft. Weil Manako sich über Sakatas Mechaniker lustig gemacht hatte, ging der mit geballten Fäusten auf seinen Landsmann los und konnte nur durch das schnelle Eingreifen von Zeugen der Auseinandersetzung davon abgehalten werden, Manako ein blaues Auge zu verpassen.

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