Grand Prix Argentinien in Buenos Aires (Archivversion) 500er–––––

Max Biaggi bugsierte seine Kanemoto-Honda doch noch zur Vize-Weltmeisterschaft - doch bei Luca Cadaloras Einsatz für MuZ fiel das Happy-End ins Wasser.

Viele glaubten es erst, als sie mit eigenen Augen die Maschine mit der Nummer 20 um die Kurve driften sahen: Luca Cadalora gab sich nach monatelangen Verhandlungen doch noch die Ehre und trat zum Saisonfinale auf der MuZ 500 an. »Für mich ist Rennsport mehr als ein Geschäft. Cheftechniker Urs Wenger hat eine großartige Passion für seinen Job, und das motivierte mich, für dieses Team an den Start zu gehen«, erklärte der Italiener nach dem achten Platz am ersten Tag.Dann stürzte er sich ins Nachtleben von Buenos Aires, trat am Samstag morgen frisch verliebt zum freien Training an und beamte sich beschwingt auf den fünften Platz. Im Abschlußtraining rutschte er auf Rang neun, war dabei aber weniger als eine Sekunde von Mick Doohans Pole Position entfernt. »Vielleicht gelingt uns im Rennen eine weitere Überraschung«, kündigte Cadalora an.Doch die war dann eher von trauriger Natur. Cadalora geriet im Getümmel der ersten Kurve auf den rutschigen Außenrand der Piste, nahm als Letzter die Verfolgung auf und kämpfte sich mühselig in den Windschatten des an 14. Stelle fahrenden Simon Crafar. Als er kurz vor Halbzeit noch immer keinen Weg vorbeigefunden hatte und die Hoffnungen auf einen Spitzenplatz endgültig zerstoben waren, fuhr er entmutigt an die Box. »Ich war zu weit hinten, der Kampf war aussichtslos«, entschuldigte er sich. »Wir haben einen Joker gesetzt und verloren. Das gehört zum Spiel«, erklärte Teammanager Serge Rosset würdevoll.Alex Crivillé steckte seinen Sturz und den Verlust der sichergeglaubten Vizeweltmeisterschaft nicht so gelassen weg. »Bei meinem Trainingssturz am Freitag habe ich den rechten Ellbogen beschädigt und hatte ziemliche Schmerzen. Trotzdem habe ich alles für einen Platz auf dem Podium riskiert. Ich hätte besser aufpassen sollen«, raufte sich der Spanier die Haare und war am Boden zerstört. Zumal seine Repsol-Honda-Teamkollegen ihre Aufgabe mit Bravour erledigten: Der bereits gekrönte Weltmeister Mick Doohan belohnte sich für die weite Reise mit dem unangefochtenen achten Saisonsieg, Tadayuki Okada hielt den als Lokalmatador auftretenden Alex Barros in Schach und wurde Zweiter.Max Biaggi feierte seinen fünften Platz hingegen wie einen Sieg. Im Training mit einem ganzen Sack voller Probleme nur als 14. qualifiziert, ließ er sich nach dem Warm-up eine völlig andere Getriebeabstufung einbauen und wurde am Ende zum Vizeweltmeister und zum »Rookie of the Year«, also zum besten 500er Neuling der Saison, gekürt.

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