Grand Prix Australien (Archivversion)

Yamaha oder KawasakiTauziehenum BarrosDer Sensationssieg in Motegi trieb den Marktwert von Alex Barros in schwindelnde Höhen. Im Honda-Team von Sito Pons bislang mit 800 000 Dollar Jahresgage relativ mäßig honoriert, bot ihm Gauloises-Manager Fabrice Bourgeois L’Armurier jeweils 2,5 Millionen Dollar für einen Drei-Jahres-Vertrag im französischen Tech 3-Yamaha-Team. Unterstützt wurde die Initiative von dem französischen Michelin-Manager Pierre Dupasquier – sehr zum Verdruss von Kawasaki-Teamchef Harald Eckl, dem nach Loris Capirossi nun ein weiterer Top-Pilot durch die Lappen zu gehen droht. Eckl hatte die mündliche Zusage von Barros bereits in der Tasche, kann ihm derzeit aber nicht die überlegenen Michelin-Reifen garantieren. Denn obwohl Kawasaki bereit ist, die Michelin-Forderungen eines »globalen Deals« zu erfüllen und die sportlichsten Maschinen der Marke mit Michelin-Reifen auszurüsten, lassen sich die Franzosen mit einer festen Zusage der begehrten Renn-Slicks auffallend lange Zeit. Jenkners LenkerflatternGedämpfteFreudeSteve Jenkner trumpfte in Australien gleich im ersten Zeittraining mit der vorläufigen Bestzeit auf, musste seinen ersten Grand-Prix-Sieg aber weiterhin vertagen. »In den ersten Runden hatte ich heftiges Lenkerflattern. Es fühlte sich an, als habe mein Reifen einen Schlag. In den schnellen Kurven hatte ich richtig Schiss«, berichtete der sonst so tapfere Sachse. »Ich habe mir aber gesagt: Du kannst jetzt nicht aufgeben, und drehte während der Fahrt den Lenkungsdämpfer auf. Plötzlich ging’s wieder.« Nach fünf Runden noch trauriger 17., blies der MOTORRAD-Pilot zur Jagd und stellte im 125er-Grand-Prix noch den siebten Schlussrang sicher.Yamaha mit EFIAbesGeheimwaffeNach Olivier Jacque und Shinya Nakano erhielt in Phillip Island auch Norick Abe, Star des spanischen Antena 3-Teams von Luis D’Antin, die schnellere M1-Viertakt-Yamaha. Seine Maschine war mit einer revolutionären, EFI genannten Benzineinspritzung ausgerüstet, die die bislang verwendeten Vergaser im nächsten Jahr ersetzen soll. Abes Viertakt-Genüsse endeten im freien Training am Samstagmorgen abrupt: Am Ende der Zielgeraden schaltete er so hastig herunter, wie er es vom Zweitakter gewohnt war, blockierte auf diese Weise das Hinterrad und stürzte bei Tempo 210. Der Japaner lädierte sich dabei Hand und Schulter und erhielt von den Ärzten ein Startverbot.Solidarität mit SheeneNichts alsGemüsesaftDer an Magen- und Speiseröhrenkrebs erkrankte Barry Sheene war erstmals seit seiner Diagnose im Juli wieder als Kommentator der australischen Fernsehstation »Channel Ten« bei einem Grand Prix und wurde von vielen alten Freunden mit offenen Armen empfangen. Der 500er-Weltmeister von 1976 und 1977 will seine Krankheit statt mit Operation und Chempotherapie durch die so genannte Breuss-Diät besiegen, bei der er in den ersten drei Wochen nur Gemüsesaft trank.Ducati DesmosediciBayliss beeindrucktAnfang Oktober testete Superbike-Vizeweltmeister Troy Bayliss in Mugello erstmals sein Arbeitsgerät für 2003, die MotoGP-Ducati-Desmosedici. Der 33-jährige Australier absolvierte 30 Runden und war stark beeindruckt von der Leistung und der Handlichkeit des V4-Prototyps. Inzwischen steht auch fest, wann und wo Bayliss und sein neuer Teamkollege Loris Capirossi im nächsten Jahr mit den Werks-Ducati auftreten werden, denn der Weltverband FIM veröffentlichte folgenden Grand-Prix-Kalender: 6. April Suzuka (Japan), 27. April Welkom (Südafrika), 11. Mai Jerez (Spanien), 25. Mai Le Mans (Frankreich), 8. Juni Mugello (Italien), 15. Juni Circuito Catalunya (Spanien), 28. Juni Assen (Niederlande), 13. Juli Donington (Großbritannien), 27. Juli Sachsenring, 17. August Brünn (Tschechien), 7. September Estoril (Portugal), 20. September Rio de Janeiro (Brasilien), 5. Oktober Twin Ring Motegi (Japan), 12. Oktober Sepang (Malaysia), 19. Oktober Phillip Island (Australien), 2. November Valencia (Spanien).

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