Grand Prix Brasilien in Jacarepaguá (Archivversion)

Vier her

Rio de Janeiro ist ein besserer Ort für Karneval als das japanische Motegi, sagte sich Valentino Rossi – und holte vorzeitig mit dem zehnten Saisonsieg seinen vierten WM-Titel.

Die Tifosi im Rossi-Fanclub waren bestens vorbereitet. In Tavullia, dem Heimatdorf des Champions an der Peripherie von Pesaro, hatte man einen Riesenbildschirm für die Live-Übertragung des Rio-Grand-Prix aufgestellt und ein Feuerwerk vorbereitet, das die Hügel rund um die italienische Provinzstadt spät in der Nacht mit Sternschnuppen beregnen sollte.Und natürlich waren die allertreuesten Fans unter Leitung von Club-Präsident Cesarino Saluzzi, dem Vater von Valentinos ständigem Begleiter Uccio, nach Brasilien gejettet. Schon 1999 hatten sie dort einen WM-Titel ihres Helden gefeiert, und zu den Zaungästen des Rio-Spektakels hatte damals der Schutzengel gezählt, der seine weißen Flügel in der Auslaufrunde über den neuen 250-cm3-Weltmeister breitete.Diesmal hatte der Fanclub eine Replik der Fußball-WM-Trophäe und die gelb-grünen Trikots der brasilianischen Nationalmannschaft dabei, um mit ihrem Superhelden Valentino für ein Teamfoto posieren zu können – als fröhliche Hommage an den Fußballweltmeister und seinen Torschützenkönig Ronaldo, dem Rossi mit glühender Verehrung huldigt.So wie Ronaldo beim 2:0 gegen Deutschland im WM-Finale sprang auch Valentino Rossi mit seinen Gegnern um, bevor er Karneval feiern konnte.Der erste Treffer gegen Tohru Ukawa kam einem Eigentor gleich: Mit einem Podestplatz hätte der Japaner die Entscheidung im Titelkampf vertagen können, qualifizierte sich nach einem kapitalen Motorschaden im ersten freien Training und hartnäckigen Fahrwerksproblemen danach aber nur für den elften Startplatz. Im verregneten Rennen ging er zu hektisch auf die Jagd und stürzte nach nur einer Runde aus fünfter Position. »Als mir Ukawas Ausfall signalisiert wurde, beschloss ich, das Geschenk anzunehmen und nichts mehr anbrennen zu lassen«, erklärte Rossi, der zu diesem Zeitpunkt noch behutsam als Zweiter hinter Kenny Roberts hersteuerte, bei Halbzeit aber die Führung an sich riss, um den Gischtfontänen der Suzuki zu entgehen.Das spielentscheidende 2:0 erzielte Rossi gegen Max Biaggi. Mit einem Sieg hätte der Römer seine letzten, rein mathematischen Titelchancen noch für ein weiteres Rennen bewahren können. Er kam aber kaum in die Nähe von Rossis Hinterrad.Der Einzige, der Rossis zehnten Saisonsieg ernsthaft in Frage stellte, war Biaggis Yamaha-Teamkollege Carlos Checa: Der Spanier hatte versehentlich versucht, im Leerlauf los zu fahren und startete als Schlusslicht des Feldes mit derart heiligem Zorn, dass er in der 17. von 24 Runden in Führung surfte. Kurzfristig. »Der war bis zu drei Sekunden pro Runde schneller als wir. Wie von einem anderen Planeten. Als er vor mir stürzte, hätte ich ihn fast aufgespießt«, erzählte Valentino Rossi.Max Biaggi war nicht nach solchen Risiken zumute. Zu oft hatte er sich im Kampf gegen Rossi schon übernommen, obendrein hatte ihm Ukawas Ausfall den zweiten Tabellenplatz beschert. »Wie jeder sehen kann, hat Rossi den Titel verdient«, fügte er sich in sein Schicksal, beeilte sich aber gleich, die Ambitionen für die Zukunft klarzustellen: »Der Kampf um Platz zwei hat keine wirkliche Bedeutung für mich. Ich trete an, um Weltmeister zu werden.«Für dieses Ziel hat er die Karten neu gemischt. Am ersten Trainingstag in Rio gab Max Biaggi bekannt, was MOTORRAD schon vom Brünn-GP berichtet hatte: Seine Rückkehr zu Honda im Pramac-Satellitenteam. »Dort treffe ich auf alte Freunde. Ich kann mit Leuten zusammenarbeiten, mit denen ich entscheidende Momente meiner Karriere erlebt habe«, meinte Max vieldeutig. Pramac-Teammanager Luca Montiron hatte bei Aprilia gearbeitet, als Biaggi seinen ersten 250er Titel holte. Außerdem will man bei Pramac entweder Giovanni Sandi, früher Biaggis Techniker bei Aprilia, oder den genialen Erv Kanemoto, Biaggis Teamchef in seinem ersten 500er-Jahr auf Honda 1998, an Bord holen. »Ich habe gleich für drei Jahre unterschrieben, denn langfristige Verträge scheinen die neue Mode zu sein«, ergänzte er.Zu vielen offenen Fragen des Deals mochte er keine Stellung nehmen. Denn noch hat Pramac, eine italienische Generatoren- und Maschinenbaufirma, keine Startplätze fix. Derzeit wird mit zwei Rennställen über eine mögliche Fusion verhandelt: Honda-Teamchef Sito Pons, der Loris Capirossi an Ducati verloren hat, angesichts des drohenden West-Rückzugs von Budgetsorgen geplagt wird und aller Voraussicht nach künftig auch auf Alex Barros verzichten muss, zeigt ebenso Interesse wie Yamaha-Teamchef Luis d’Antin, der schon seit Monaten weiß, dass er keine Viertakter für Norick Abe und seinen derzeitigen zweiten Piloten José Luis Cardoso erhalten wird. Bereits die letzten drei Rennen der Saison sind mehr eine Geduldsprobe für sein Antena3-Team als eine faire sportliche Herausforderung: Während neben dem offiziellen Marlboro-Werksteam auch das französische Tech3-Team in Malaysia, Australien und Valencia von Yamaha mit M1-Viertaktern ausgerüstet wird, muss ausgerechnet Volksheld Abe weiterhin mit dem ausgelutschten Zweitakter vorlieb nehmen. »Natürlich bin ich sehr enttäuscht und verstehe diese Entscheidung nicht. Immerhin bin ich einer der schnellsten Zweitakt-Fahrer«, ließ Abe denn auch Luft ab.Für Max Biaggi hatte es trotz seiner Entlassung aus dem Werksteam noch eine Chance gegeben, bei Yamaha zu bleiben. »Der Haupteingang wurde zugesperrt, doch durch die Hintertür wollte man mich wieder hereinholen«, räumte er seine Kontakte zum Tech3-Team von Hervé Poncharal ein. Wenige Stunden vor seiner endgültigen Unterschrift unter den Pramac-Honda-Vertrag sagte er Poncharal allerdings endgültig ab und Yamaha adieu – angeblich aber unter Tränen, weil er in Wirklichkeit gern Star eines echten Werksteams geblieben wäre.Poncharal, der tags darauf auch noch eine Absage des Kawasaki zugeneigten Alex Barros erhielt, erklärte, seine Fahrerbesetzung werde nun wohl so bleiben, wie sie ist. Kopfschüttelnd setzte er hinzu, ein derart verrücktes Transfergerangel habe er noch nie erlebt.Und Biaggi ließ wissen, ob er nun gleichwertige Maschinen wie Rossi bekäme oder als Fahrer eines Satellitenteams zweitklassig behandelt würde, sei zunächst einmal unerheblich. »Ich habe eine gute Gelegenheit am Schopf gepackt. Wer zu viel will, bekommt am Ende gar nichts«, philosophierte er.Jetzt ist er wieder Teil einer Struktur, die nicht nur den Weltmeister stellt, sondern die Dominanz im MotoGP-Sport auf Jahre hinaus abgesichert hat. Denn während Yamaha nichts zu bieten hat als den sturzfreudigen Checa und die früheren 250er-Stars Olivier Jacque und Shinya Nakano, die den Beweis ihrer Schlagkraft in der Königsklasse bislang schuldig geblieben sind, zieht Honda mit jungen, hochtalentierten Stars aus aller Welt sämtliche Register.So nahm Honda eine Option auf Nicky Hayden wahr und schnappte Yamaha den 21-jährigen US-Superbike-Meister im allerletzten Moment vor der Nase weg. »Damit haben wir Siegfahrer aus Japan, Amerika und Europa, den drei wichtigsten Märkten der Erde«, rieb sich HRC-Präsident Suguru Kanazawa die Hände.Kato, Hayden und Rossi als Sieg-Garanten, die stärksten Satellitenteams mit Kalibern wie Biaggi und Ukawa als Flankenschutz – derart bis an die Zähne bewaffnet zeigte sich die Honda-Armee noch nie.
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GP-Journal (Archivversion)

Red Bull-TeamGestutzte FlügelDem MotoGP-Team des Engländers Peter Clifford und seines amerikanischen Partners Bob McLean werden die Flügel gestutzt: Red-Bull-Besitzer Didi Mateschitz bestätigte den seit dem Portugal-GP drohenden Rückzug zum Saisonende. Statt das ehrgeizige neue Projekt mit Honda-Fünfzylindermotoren und Fahrwerken von Mamoru Moriwaki in Angriff nehmen zu können, trommelte Clifford seine Crew in Rio zu einer Krisensitzung zusammen und tischte schonungslose Wahrheiten auf. Falls kein neuer Hauptsponsor gefunden wird, steht das Team mit den Fahrern Garry McCoy und John Hopkins vor dem Nichts und muss seine Startplätze im schlimmsten Fall an so begehrliche Bieter wie Bridgestone oder Pramac-Honda verhökern.250er für Poggiali?Sacchis TräumeDas neue KTM-Team formiert sich. Eine Fahrervorstellung von Roberto Locatelli war zwar voreilig und beschwor den heiligen Zorn des designierten Konstrukteurs Harald Bartol herauf. Zweifel an dem 125er-GP-Projekt im nächsten Jahr und MotoGP-Maschinen ab 2004 gibt es trotzdem nicht. So hat der australische Techniker Warren Willing bereits für KTM unterschrieben und wurde prompt von seinem bisherigen Team Suzuki für den Rest der Saion beurlaubt, um einem Geheimnisverrat vorzubeugen. Der Einzige, der noch nicht an Bartols Weggang glauben will, ist der bisherige Teammanager Giampiero Sacchi: Nicht genug, dass er 2003 weiterhin ein Gilera 125- und ein Derbi 125-Team mit jeweils zwei Fahrern betreiben will, redet er jetzt von der Konstruktion einer 250er für seinen Star Manuel Poggiali. »Reine Träumerei«, winkt Bartol ab. Schließlich sind alle bisherigen Maschinen in Bartols Tuningküche im österreichischen Straßwalchen entstanden – Sacchi verfügt in Italien bislang nicht einmal über eine taugliche Werkstatt.Sturz für NietoPortos BlitzschlagPetronas-Yamaha-Pilot Sebastian Porto brauste den Stars der 250er-Klasse auf feuchter Piste vom Start weg davon und feierte mit 14 Sekunden Vorsprung seinen ersten GP-Sieg. »Ich wusste, dass mir die schnellsten Honda- und Aprilia-Werkspiloten auf den langen Geraden hier jederzeit den Kragen abdrehen konnten. Deshalb lag meine einzige Chance darin, in den ersten beiden Runden auf Pokal oder Hospital zu setzen und eine große Lücke aufzureißen«, grinste der Argentinier, der schon in den letzten Jahren auf seinem Heimatkontinent immer wieder zu Glanzleistungen auflief. Lange Gesichter gab es dagegen im spanischen Telefonica MoviStar-Aprilia-Team: Fonsi Nieto begrub seine WM-Chancen durch einen Sturz, WM-Leader Marco Melandri konnte es nach der Havarie seines Herausforderers mit einem vorsichtig erwirschafteten vierten Platz hinter Roberto Rolfo und Franco Battaini bewenden lassen. Der Deutsche Dirk Heidolf wurde 14.Nöhles NeunterAzumas AngriffWM-Leader Arnaud Vincent holte im nassen 125erRennen Platz zwei, hängte Weltmeister Manuel Poggiali ab und baute seinen Vorsprung in der Tabelle auf 27 Punkte aus. Wie bei den 250ern zählt das spanische Telefonica MoviStar-Team zu den großen Verlierern, weil der 16-jährige Daniel Pedrosa seine Titelambitionen nach einem Sturz endgültig aufgeben muss. Die große Überraschung war die Armada der Bridgestone-Piloten: Masao Azuma wühlte sich bei für die Regenreifen des japanischen Herstellers idealen Bedingungen von Startplatz 18 an die erste Stelle durch, die ADAC-Sachsen-Honda-Piloten Gabor Talmacsi und Klaus Nöhles auf den Plätzen vier und neun sowie Italjet-Mann Stefano Perugini als Sechster machten den Bridgestone-Erfolg komplett. »Ich konnte den Hinterreifen auch dann noch schön kontrolliert sliden lassen, als die anderen längst hilflos durch die Gegend rutschten«, grinste Nöhles nach seinem bisher besten Rennen des Jahres. »Es wäre noch schneller gegangen, wenn ich die Kerbs gesehen hätte - mein Visier war verdreckt.« Steve Jenkner hatte mit seinen Dunlop-Standardreifen weniger Fortune: ein Ausrutscher und nur Rang 18.

Grand Prix Brasilien (Archivversion)

Ergebnisse:Rennen 125 cm3 Fahrer (Nation) Maschine Zeit (Min) WM-Stand1. Masao Azuma (J) Honda 46:28,675 Vincent 2142. Arnaud Vincent (F) Aprilia - 1,705 Poggiali 1873. Manuel Poggiali (RSM) Gilera - 1,760 Pedrosa 1664. Gabor Talmacsi (H) Honda - 9,177 Cecchinello 1325. Pablo Nieto (E) Italjet - 26,596 Jenkner 1226. Stefano Perugini (I) Derbi - 32,745 Sanna 897. Jorge Lorenzo (E) Honda - 34,150 Nieto 898. Mika Kallio (FIN) Honda - 34,488 Azuma 869. Klaus Nöhles (D) Honda - 36,641 De Angelis 6810. Lucio Cecchinello (I) Aprilia - 40,381 Borsoi 6711. Alex De Angelis (RSM) Aprilia - 40,615 Kallio 5912. Gino Borsoi (I) Aprilia - 41,428 Ui 5413. Andrea Dovizioso (I) Honda - 41,608 Olivé 5114. Simone Sanna (I) Aprilia - 41,630 Giansanti 3915. Hector Barbera (E) Aprilia - 45,147 Dovizioso 35Trainingsbestzeit: Poggiali in 1:57,888 = 150,641 km/hSchnellste Rennrunde: Azuma in 2:10,065 = 136.537 km/h Schnitt des Siegers: 133.731 km/hRennen 250 cm3:Fahrer (Nation) Maschine Zeit (Min) WM-Stand1. Sebastian Porto (RA) Yamaha 47:01,307 Melandri 2282. Roberto Rolfo (I) Honda - 14,114 Nieto 1833. Franco Battaini (I) Aprilia - 15,812 Rolfo 1604. Marco Melandri (I) Aprilia - 26,998 Porto 1355. Toni Elias (E) Aprilia - 29,533 Elias 1166. Casey Stoner (AUS) Aprilia - 31,868 Battaini 1047. Emilio Alzamora (E) Honda - 45,373 Locatelli 988. Naoki Matsudo (J) Yamaha - 1:11,324 De Puniet 869. Shahrol Yuzy (MAL) Yamaha - 1:13,787 Alzamora 8210. Leon Haslam (GB) Honda - 1:15,478 Matsudo 7311. Jaroslav Hules (CZ) Yamaha - 1:16,715 Stoner 5412. David Checa (E) Aprilia - 1:50,844 Debon 5213. Erwan Nigon (F) Aprilia - 1:58,717 Yuzy 4514. Dirk Heidolf (D) Aprilia - 2:12,040 Aoki 4215. Jakub Smrz (CZ) Honda - 1 Rde. Checa 36Trainingsbestzeit: De Puniet in 1:53,939 = 155,862 km/hSchnellste Rennrunde: Porto in 2:04,661 = 142,456km/h Schnitt des Siegers: 138,479 km/hRennen MotoGP:Fahrer (Nation) Maschine Zeit (Min) WM-Stand1. Valentino Rossi (I) Honda 49:09,516 Rossi 2702. Max Biaggi (I) Yamaha - 1,674 Biaggi 1643. Kenny Roberts (USA) Suzuki - 18,764 Ukawa 1564. Alex Barros (BR) Honda - 24,759 Barros 1185. Loris Capirossi (I) Honda - 32,354 Checa 1166. Norick Abe (J) Yamaha - 34,360 Abe 1097. Olivier Jacque (F) Yamaha - 44,250 Capirossi 868. Sete Gibernau (E) Suzuki - 57,150 Kato 809. Jurgen vd Goorbergh (NL) Honda - 1:09,987 Roberts 7410. Garry McCoy (AUS) Yamaha - 1:17,611 Jacque 5711. Jose Luis Cardoso (E) Yamaha - 1:20,837 Hopkins 5112. Nobuatsu Aoki (J) Proton - 1:50,774 Aoki 4713. Tetsuya Harada (J) Honda - 1 Rde. Nakano 4514. John Hopkins (USA) Yamaha - 1 Rde. Gibernau 42Trainingsbestzeit: Biaggi in 1:50,568 = 160,614 km/hSchnellste Rennrunde: Checa in 1:59,827 = 148,203 km/hSchnitt des Siegers: 144,502km/h

Grand Prix Brasilien (Archivversion) - Das Rezept der Weltmeister

Die Weltmeister der letzten Jahre könnten unterschiedlicher nicht sein. Wo sind die Gemeinsamkeiten der Sieger?
Als ich selbst noch gefahren bin, dachte ich, es gibt nur einen ganz bestimmten Weg zum Erfolg. Heute als »Eurosport«-Kommentator spreche mit den Fahrern, den Technikern, Mechanikern und den Teamchefs. Und bin überrascht, wie unterschiedlich die Vorgehensweise der Teams und Fahrer in jeglicher Hinsicht ist.Beispiel Technik: Manche Teams definieren das Motorrad von Rennen zu Rennen neu, andere verstellen nur einige Klicks am Fahrwerk. Welche Strategie die richtige ist, hängt vom Fahrer ab. Die einen können sich selbst nur dann das Letzte abfordern, wenn alles passt, wie die Kollegen Cadalora, Jacque, Harada, Roberts, um nur einige zu nennen. Und die anderen geben immer 100 Prozent, wie McWilliams, Checa, Doohan oder auch Rossi. Eines aber ist für alle gleich: Ohne bedingungslosen Siegeswillen geht es nicht. Doch auch der basiert auf unterschiedlichen Dingen. Es ist der Spaß am Fahren und Erfolg, das Geld, die Fans, das Talent, etwas beweisen zu wollen, ein Feindbild, der Ehrgeiz, technisches Interesse, Cleverness, Verbissenheit, die Steigerung des Selbstvertrauens. Von dieser Motivation bringen alle GP-Piloten etwas mit.Das Erschreckende dabei ist, dass Valentino Rossi scheinbar alle diese Eigenschaften auf einmal besitzt. Er riskiert so viel wie Doohan, verletzt sich jedoch nicht. Er ist der lockerste Typ und trotzdem konzentriert bei der Sache. Er puscht den Hersteller zu Verbesserungen wie Biaggi auch, aber eben ohne als Querulant dazustehen. Seine Feindbilder zerlegt er oft schon, bevor es auf die Strecke geht, und gewinnt dabei noch an Sympathie. Bei seiner Werbewirksamkeit stimmen die Finanzen. Und er hat das Glück des Tüchtigen. Wer soll ihn also stoppen? Mit seinem vierten WM Titel hat er mit 23 Jahren alles auf zwei Rädern gewonnen. Ob der Siegeswille bleibt?

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