Grand Prix compact (Archivversion)

Titel per Teamwork

Dank der Hilfe seiner Markenkollegen musste sich Jorge
Lorenzo für den Gewinn der 250er-WM in Valencia nicht mehr übermäßig abstrampeln.

Aufgeschoben ist nicht aufgehoben, sagte sich Jorge Lorenzo beim Saisonfinale der 250er-Klasse, und schaukelte seinen auf 13 WM-Punkte geschrumpften Vorsprung in der Weltmeisterschaft mit einem risikolosen vierten Platz nach Hause.
Glanzvoller als die vorsichtige, verkrampft wirkende Fahrweise des neuen Champions war die Art, wie seine Aprilia-Markengefährten den WM-Rivalen Andrea Dovizioso an die Leine legten. Der Italiener rannte immer wieder gegen verschlossene Türen an, wurde hinter Aprilia-Testpilot Alex Debon Siebter und hatte nicht einmal den Hauch einer Chance, seinen 13-Punkte-Rückstand wettzumachen. Das lag nicht nur an seinem überhitzenden Motor, sondern auch am Fehlen seines schnellen Teamkollegen Yuki Takahashi: Der Japaner hatte sich bei einem Sturz im ersten freien Training das rechte Schien- und Wadenbein gebrochen und die Kampfkraft und Moral der Humangest-Truppe schon vor der Entscheidungsschlacht geschwächt.
Während Alex de Angelis seinen lang ersehnten ersten Grand-Prix-Sieg feiern durfte, vollführte Lorenzo statt den gewohnten Auftritten mit der Luftgitarre diesmal einen Veitstanz vor dem Publikum und sprang immer wieder so hoch, wie er konnte, wohl in der Hoffnung, irgendwo im Himmel hängen zu bleiben. »Dieser Titel ist die Erfüllung eines lebenslangen Traums«, jubelte der 19-Jährige aus Mallorca, der schon vor der Geburt Motorrad fuhr, weil seine Mutter Maria noch während der Schwangerschaft als Motorrad-Kurier arbeitete. Mit drei Jahren fing er selbst an, Gas zu geben, erhob Max Biaggi zu
seinem großen Idol und bestritt an seinem 15. Geburtstag in Jerez den ersten Grand Prix.
Nicht nur sechs Schlüsselbeinbrüche zählen zu den Kolateralschäden des rasanten Aufstiegs. Dass sein Vater Chicho, ein einfacher Arbeiter, alles geopfert hatte, um aus seinem Sohn einen Grand-Prix-Sieger
zu schmieden, erwähnte Jorge Lorenzo bei seinen Siegerinterviews mit keinem Wort. Denn Chicho Lorenzo hatte in einem schweren Konflikt zwischen Vater, Sohn und
Manager Dani Amatriain, in dem es um Geld und Verantwortlichkeiten ging, zu Saisonbeginn den Kürzeren gezogen und ist seither vom Team isoliert. fk
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Nachsaison = Vorsaison (Archivversion) - Nachsaison = Vorsaison

Kaum war die letzte Zielflagge des GP-Jahres 2006 gefallen, packten die meisten Teams in Valencia ihre neuen 800er für umfangreiche Tests aus.
Nach dem Saisonfinale ging’s in Valencia heiß weiter – mit 800er-Tests von Honda, Suzuki, dem neuen Ducati-
Piloten Casey Stoner, einer Talentprobe von Jeremy McWilliams und Andrew Pitt auf der Ilmor X3, ersten 250er-Aprilia-Tests des entthronten Tom Lüthi und einer Formel-1-Ausfahrt von John Hopkins im Red Bull-Monoposto, bei der er nach einem anfänglichen Dreher durchaus beachtliche Rundenzeiten zustande brachte. Endlich hatte auch Nicky Hayden Gelegenheit, die neue Honda RC 212 V auszuprobieren. »Sie fühlt sich gut an, vor allem das Fahrwerk. Die Kurvengeschwindigkeiten sind definitiv höher, künftig ist mit ganz anderen Reifenkonturen zu rechnen«, meinte das Kentucky Kid, das die sechstbeste Zeit erreichte (1.33,03) und hinter seinem Teamkollegen Dani Pedrosa (1.32,55) zurückblieb – der fuhr Bestzeit. Alex Barros erreichte bei seinem GP-
Comeback nach einem Jahr in der Superbike-WM Rang sieben auf der 990er-
Pramac-Ducati mit Bridgestone-Reifen. Teamkollege Alex Hofmann war nicht am Start, weil er sich in München die Schrauben aus seinem 2005 gebrochenen Sprunggelenk entfernen ließ. Freuen durfte sich der einzige deutsche MotoGP-Pilot trotzdem: Seine Vertragsverlängerung für 2007 wurde mittlerweile bestätigt. fk

Pech für Bautista beim Heimspiel (Archivversion)

Beim abschließenden Heimspiel ereilte den neuen 125-cm3-Weltmeister Alvaro Bautista das Pech: Sein Aprilia-Prototyp verlor nach 16 Runden an Leistung, Bautista wurde am Schluss Vierter – und stürzte in der Auslaufrunde, weil sich sein Superman-Kostüm in der
Antriebskette verhedderte.

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