Grand Prix Compact (Archivversion)

Takahashi-Jubiläum

Honda feierte überraschend den 200. Sieg in der
250-cm3-Klasse – mit einer ganz besonderen Pointe.
Jorge Lorenzo war nach der siebten Pole Positon des Jahres siegesgewiss. Doch als seine Techniker wegen der steigenden Temperaturen des sonnigen Sommertages am Startplatz noch auf ein anderes Elektronik-Mapping und einen härteren Hinterreifen umrüsteten, ging der Schuss nach hinten los: Lorenzos Fortuna-Aprilia begann zu stempeln, statt des Siegs musste er sich mit dem dritten Platz begnügen – und war trotzdem glücklich, weil er seinem viertplatzierten WM-Rivalen Andrea
Dovizioso die WM-Führung entrissen hatte.
An der Spitze sah Alex de Angelis wie der sichere Sieger aus – bis Doviziosos Honda-Teamkollege Yuki Takahashi in der Zielkurve zur Attacke ritt und am Ende um fünf Hundertstelsekunden vor dem Aprilia-Piloten über die Linie flitzte. Damit war der 200. Honda-Sieg in der 250er-Klasse perfekt – und ein Kuriosum: Im Jahre 1961 hatte sich ebenfalls ein japanischer Fahrer namens Takahashi und ebenfalls beim Deutschland-Grand-Prix (auf dem Hockenheimring) den ersten dieser 200 Siege gesichert. fk
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Lüthis Kampf (Archivversion)


Der Schweizer 125er-Weltmeister
Tom Lüthi muss die Titelverteidigung vergessen – gibt aber nicht auf.
Dass Alvaro Bautista trotz eines kapitalen Trainingssturzes vorne mitfahren würde, war für die Fans am Sachsenring angesichts der Erfolgsserie des kleinen Spaniers gewohnte Kost, auch wenn er sich seinem Aspar-Aprilia-Teamkollegen Mattia Pasini im Herzschlag-
finale um eine Hundertstelsekunde geschlagen geben musste. Aufregender war schon, wie sich Thomas Lüthi von seinem diskreten
13. Startplatz in den Verfolgerpulk hineinkämpfte und am Schluss als mit Abstand schnellster Honda-Pilot den sechsten Platz belegte. Die von Cheftechniker Sepp Schlögl präparierte Maschine lag bei der wilden Jagd wie das sprichwörtliche Brett – just an dem Tag, an dem Teamchef Daniel Epp in Schweizer Zeitungen damit zitiert wurde, er habe radikale Umstrukturierungen vor und werde für 2007 auf jeden Fall einen Fahrwerksspezialisten
einstellen. »Ich stehe solchen Ideen aufgeschlossen gegenüber«, kommentierte Cheftechniker Sepp Schlögl, der die Fahrwerksab-
stimmung gemeinsam mit Mechaniker Stefan Haseneder bislang selbst übernommen hatte. »Es ist allerdings sehr schwierig, echte Spe-
zialisten zu finden, die das Motorrad auf den Millimeter genau hinkriegen. Denn es geht nicht nur um den Rahmen und die Federung, sondern auch um ein harmonisches Zusam-
menspiel aller Faktoren bis hin zu Reifentyp und Reifenluftdruck«, warnt Schlögl. fk

Kurznachrichten (Archivversion)

+++ Ducati-Star Loris Capirossi erreichte auf dem Sachsenring Rang fünf und kämpft derzeit weniger um MotoGP-Siege
als um eine Aufstockung seiner
Bezüge: Sein Manager Carlo Pernat hat für eine Vertrags- verlängerung um ein Jahr 4,5 Millionen Euro gefordert. +++
+++ Casey Stoner erhielt nach einem schweren Trainingssturz von den Streckenärzten Startverbot. Sein Teamchef und
Manager Lucio Cecchinello führte lange und vergebliche Diskussionen, um seinen Schützling doch noch antreten zu lassen. Cecchinellos engagierter Einsatz hatte zwei Gründe: Zum
einen blieb eine Untersuchung Stoners im Krankenhaus
von Chemnitz ohne Befund.
Zum anderen zahlt Cecchinellos
derzeitiger Sponsor Givi nur, wenn Stoner auch tatsächlich im Rennen fährt. +++
+++ Bei Tests für die britische Superbike-Meisterschaft wurden die Boxen der Rennstrecke in Croft von nächtlichen Dieben heimgesucht. Am schlimmsten traf es das Rizla-Suzuki-Team: Zwei der Werksmaschinen
im Wert von je 750000 Euro
waren verschwunden, worauf das Team sofort die Polizei
alarmierte. Eines der Motor-
räder wurde tags darauf gefunden – unter dem Misthaufen
einer Kuhweide (Foto). +++
+++ Yamaha und Michelin gründeten ein Test-Team, das wie
bei Ducati und Bridgestone unabhängig vom Grand-Prix-Alltag agiert. Für erste Probefahrten in Brünn wurde der Holländer Jurgen van den Goorbergh
engagiert, um das Chattering-Problem zu erforschen. +++

Ilmor mit Biaggi? (Archivversion)


Das britisch-schweizerische Moto-GP-Projekt entwickelt sich planmäßig – Renneinsätze mit Max Biaggi wären schon dieses Jahr möglich.
Eskil Suter, Ex-GP-Pilot und Fahrwerkskonstrukteur des neuen MotoGP-
Prototyps von Mario Illien, absolvierte
bereits die ersten erfolgreichen Probefahrten auf der brandneuen Maschine, deren 70-Grad-V4-Motor 17800/min dreht. Auf der englischen Silverstone-Strecke drehte er acht problemlose Runden, mehr, als
für den ersten Roll-out vorgesehen waren. »Überzeugend bei Leistung und Fahrverhalten«, grinste der Schweizer und schmiedet nun große Pläne. Als Fahrer ist Max Biaggi im Gespräch, angeblich hat der
Römer ernsthaftes Interesse bekundet. Fünf Motoren sind schon fertig; wenn Biaggi
ja sagt, sollen die beiden letzten Rennen der Saison 2006 in Portugal und Valencia mit Wild Cards bestritten werden. fk

Rossi blockt Stoner ab (Archivversion)


Der Weltmeister fordert von Yamaha für 2007 ein Solo-Team.
Yamaha verhandelte mit Casey Stoner über ein Engagement und wollte den
talentierten Australier zunächst in ein Juniorteam stecken. Der wehrte sich und erklärte, er werde Honda nur verlassen, wenn er sofort in das offizielle Werksteam aufsteigen könne. Die Positionen näherten sich an – bis Valentino Rossi dazwischen grätschte. Der Superstar, dem das Interesse von Cheftechniker Jeremy Burgess an seinem jungen Landsmann gegen den Strich geht, will im nächsten Jahr überhaupt niemanden als Teamkollegen in der Box haben, weder Stoner noch Colin Edwards. Jetzt wird darüber nachgedacht, ein eigenes Team für Rossi und ein separates Zwei-Mann-Team aufzuziehen. fk

Edwards und das Motorhome (Archivversion)


Honda und Yamaha rüsten für die Acht Stunden von Suzuka.
Yamaha will die ununterbrochene Vorherrschaft von Honda bei den Acht Stunden von Suzuka beenden. Deshalb kommt es bei dem prestigeträchtigen Langstreckenrennen am letzten Juli-Wochenende zu einem Revival jenes Teams, das vor zehn Jahren für den letzten Triumph von Yamaha sorgte: Colin Edwards und Noriyuki Haga. Obwohl Edwards seit seinem Eintritt in die MotoGP-Klasse nicht mehr auf einem Superbike saß, genügten ihm zweitägige Testfahrten, um sich auf der Maschine warm zu fahren. »Wenn du von einer MotoGP-Maschine auf ein Superbike umsteigst, fühlt es sich an, als ob du mit dem Motorhome spazieren fährst«, erklärte der »Texas Tornado«. Honda bringt als Top-Team die Paarung Makoto Tamada/Tadayuki Okada. fk

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