Grand Prix Deutschland (Archivversion)

FavoritenstürzeEs wäre der erste Sieg eines Zweitakters in der MotoGP-Klasse in diesem Jahr gewesen. Doch Alex Barros auf der Honda NSR 500 räumte in der drittletzten Runde den in Führung liegenden Zweitaktkollegen Olivier Jacque auf Yamaha ab. Beide Fahrer blieben unverletzt, dafür erbte Valentino Rossi seinen 47. GP-Sieg. Von solchen Erfolgen können außer Hofmann, Jenkner und Waldi auch die anderen deutsche Piloten derzeit nur träumen. Klaus Nöhles begnügte sich im 125er-Lauf mit Platz 16. Dafür zeigte Lokalmatador Dirk Heidolf Biss und fuhr bei den 250ern mit dem zwölften Platz zum zweiten Mal in seiner ersten kompletten GP-Saison in die Punkte. Insofern bleiben als Hoffnungsschimmer für die nähere Zukunft aus nationaler Sicht nur die 125er-Youngster Dario Giuseppetti, Claudius Klein und Patrick Unger, die mit den Plätzen 28, 29 und 30 aber noch genügend Raum für den Weg nach vorn offen ließen. Einziger Trost: Der Beste dieses Terzetts, der 17-jährige Berliner Giuseppetti, bestritt auf dem Sachsenring seinen allerersten GP. Marlboro-RückzugDer Rückzug von Marlboro als Sponsor des Yamaha-Werksteams ist seit dem Sachsenring-Wochenende offiziell. Jetzt sucht Yamaha nach einem Nachfolger: Statt bisher vier Teams werden 2003 nur noch der französische Tech-3-Rennstall und das eigentliche Werksteam mit Motorrädern ausgerüstet, das Red-Bull-Team (Moriwaki-Honda) und das Antena 3-Team (Fusion mit Pramac-Honda?) gehen neue Wege. M1-Projektleiter Ichiro Yoda bot 125 cm³-Weltmeister Manuel Poggiali den Einstieg in die MotoGP-WM an. Außerdem wird mit einem Verbleib von Carlos Checa gerechnet. Die Zukunft von Max Biaggi ist dagegen ungewiss, weil weder Yamaha noch das künftig von Marlboro gesponsorte Ducati-Team an dem Römer gesteigertes Interesse haben. »Eins steht fest: Wo Carlos sein wird, wird es keinen Biaggi geben, und wo Biaggi hingeht, geht Carlos sicher nicht hin«, erklärte Checa-Manager Alberto Vergani.Viertakter für KatoAls sei es nicht genug, dass die Honda-Viertakter bislang alle Rennen gewannen, wird nun vom weltgrößten Motorradhersteller noch weiter aufgerüstet. Ab dem Brünn-Grand Prix hat Gresini-Honda-Star Daijiro Kato zwei der Viertakter RC 211 V zur Verfügung, das West-Honda-Pons-Team erhält eine Maschine. Aller Voraussicht nach wird Alex Barros das gute Stück fahren. Der Brasilianer hat nämlich noch einen Vertrag bis Ende 2003, Teamkollege Loris Capirossi wird den Rennstall von Sito Pons zum Saisonende verlassen und den MotoGP-Einstieg von Kawasaki oder Ducati fahrerisch unterstützen.Roberts operiertDass sich Kenny Roberts jr. bereits vor dem Sachsenring-GP und der anschließenden GP-Sommerpause am ständig anschwellenden rechten Unterarm operieren ließ, hat gute Gründe: Auf diese Weise erwirtschaftete der Suzuki-Star eine Woche zusätzlicher Genesungszeit vor dem Brünn-Grand Prix am 25. August. Denn dort muss Suzuki technisch - überarbeiteter Motor, neue Kupplung, neues Chassis - und fahrerisch in Top-Form antreten und beweisen, dass Podestplätze in Reichweite sind. Gesetzt wurde das Ultimatum vom spanischen Sponsor: Falls Suzuki weiter so versagt wie am Sachsenring, wo Sete Gibernau erst hinterher fuhr, um dann Daijiro Kato und Roberts-Ersatzfahrer Yukio Kagayama abzuschießen, sucht sich Telefonica MoviStar für 2003 ein neues Team.

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