Grand Prix Deutschland auf dem Sachsenring (Archivversion)

Mit drei dabei

Drei Yamaha auf dem Podest und Sieg Nummer drei für Max Biaggi: Den Sachsenring-Grand-Prix verbrachte »Doktor« Rossi auf der Intensivstation.

Der Sachsenring lag am Grand-Prix-Wochenende hart an der Grenze eines Island-Tiefs, das am Samstag für einen Wettereinbruch mit Wolken, Nieselregen und kühlen Temperaturen sorgte. Trotzdem herrschte das Ambiente eines südländischen Festivals. Unglaublich war der Andrang von über 83000 Fans, unbeschreiblich war die Begeisterung.Vor allem für Valentino Rossi. Sobald er mit der üblichen Verspätung aus der Box zum Training fuhr, brandete auf den Rängen orkanartiger Jubel auf. Dass der WM-Tabellenführer auf dem elften Startplatz parkte, war für seine Anhänger eher das Salz in der Suppe. Schließlich gilt es als Spezialität des »Doktors«, in verzweifelten Situationen am Ende doch noch das richtige Rezept zu finden.Rossi selbst ahnte freilich schon am Samstagabend, dass der Patient diesmal auf der Intensivstation bleiben würde. »Gestern Zehnter, heute Elfter – ein echter Fortschritt«, übte er sich in Galgenhumor. »Das Motorrad ist schwerfällig bei Richtungswechseln, ich kann es am Kurveneingang nicht schnell genug auf die Ideallinie einfädeln. Wunder wie in Donington, wo ich ebenfalls als Elfter losfuhr und trotzdem gewann, kann man nicht immer erwarten.«Die Warnung war berechtigt. Während die Gegner an der Spitze des Rennens unbehelligt davonzogen, steckte die gelbe Nastro-Azzurro-Honda lange, viel zu lange im dichten, hart umkämpften Verfolgerfeld fest. »Dieser Grand Prix war schon ab Freitag ein einziger Leidensweg«, fasste der Superheld nach dem siebten Platz zusammen. »Am Sachsenring ist es von Haus aus schon schwer genug zu überholen, und so widerspenstig, wie sich mein Motorrad beim Einlenken aufführte, war es fast unmöglich. Dann fing das Hinterrad an auszukeilen.«Angeführt von Alex Barros auf Rang fünf, ging die gesamte Honda-Armada unter. Loris Capirossi wurde mit heftigen Vorderradrutschern Achter, Tohru Ukawa stürzte als Zwölfer, Alex Crivillé trat wegen einer Gehirnerschütterung gar nicht erst an. Im Abschlusstraining war der Weltmeister von 1999 in der neuen Highspeed-Passage des Sachsenrings, einer 230-km/h-Kurve nach einem steilen Bergabstück, gleich zweimal zu Boden gegangen.Dort konnten die Honda-Piloten die Überlegenheit ihrer kraftstrotzenden Maschinen ebenso wenig ausspielen wie im unverändert gebliebenen Kurvenlabyrinth des Sachsenrings. Die NSR 500 zieht der Konkurrenz überall dort davon, wo die Fahrer mit halb aufgerichteter Maschine Vollgas geben und die dampfwalzenartige Traktion der 200-PS-Rakete nutzen können. Doch weil am Sachsenring eine Kurve übergangslos in die nächste mündet und die Fahrer ungewöhnlich lange Kurvenradien in voller Schräglage zurücklegen müssen, sind Handlingqualitäten gefragt, mit denen Honda noch nie aufwarten konnte. Denn so stoisch, wie die NSR 500 beim Herausbeschleunigen ihre Spur zieht, bleibt sie auch beim Anbremsen auf Kurs und will in die Kurven gezwungen werden. Dass Alex Barros und Loris Capirossi mit ihren Vorjahres-Honda noch am besten zurecht kamen, lässt darauf schließen, dass die typischen Honda-Eigenschaften mit neuer Gewichtsverteilung noch verstärkt wurden.Wie viel fügsamer die Yamaha ist, zeigte sich schon im Training, wo nicht weniger als sechs der YZR 500 die ersten beiden Startreihen bestimmten. Auch im Rennen sorgten fünf Yamaha unter den ersten Sechs für einen Triumphzug und, so Max Biaggi, für »eine entscheidende Spritze an Moral und Selbstvertrauen im Kampf um die WM«.Doppelsieg der Marlboro-Werkspiloten Max Biaggi und Carlos Checa, erster Podestplatz und schnellste Rennrunde von Shinya Nakano auf der Tech 3-YZR, Platz vier von Norick Abe; dazu die Wiedergeburt von Nakanos französischem Teamkollegen Olivier Jacque, der nach seinem Kahnbeinbruch bei Vorsaisontests als Sechster das erste brauchbare Ergebnis 2001 vorlegte – eine beeindruckende Bilanz. »Ein perfektes Motorrad, ein schönes Rennen – und die richtige Antwort an alle, die nach der England-Niederlage über uns gelästert haben«, bilanzierte Max, der seinen Sieg dem AS Rom widmete – ein paar Tifosi hatten dem Römer auf der Auslaufrunde nämlich einen Schal des diesjähirgen italienischen Fußballmeisters um den Hals gewickelt. »Für den Sachsenring scheint die Yamaha wie geschaffen. Bis auf einen gewaltigen Vorderradrutscher klappte alles wie am Schnürchen.«Hatte Biaggi nach den jüngsten Rückschlägen noch bitter davon geredet, es gebe zwei Meisterschaften, eine von Rossi mit seinem Supermotorrad und eine für den Rest der Welt, so zeigte sich nun endlich, dass Yamaha auf trockener Piste ebenfalls gewinnen kann, wenn es nur genügend Kurven mit langen Radien gibt. Überall dort, wo es um flinkes Einlenken und Wohlverhalten bei maximaler Schräglage im Teillastbereich geht, ist die Yamaha das bessere Motorrad. Zum Beispiel auch in Brünn, wo Biaggi in den letzten Jahren kaum schlagbar war und am 26. August das nächste Rennen auf dem Programm steht. Pech für Yamaha ist nur, dass die modernen, Formel 1-gemäßen Kurse, wo es mehr um hartes Bremsen und hartes Beschleunigen geht, den GP-Jahreskalender bestimmen. »Von den Strecken her steht es neun zu sieben gegen Yamaha«, analysiert Altstar Randy Mamola.Am Sachsenring aber waren die Yamaha-Piloten in ihrem Element, und zu den Super-Schräglagen und Super-Kurvengeschwindigkeiten passte, dass die Helden des Tages ursprünglich aus der 250er-Klasse kommen, in der solche Qualitäten entscheidend sind. 250er-Vizeweltmeister Nakano gelang gar das Kunststück, mit einem superweichen Vorderreifen auf der letzten Rennrunde einen neuen Streckenrekord hinzubrennen – nachdem er seinen Fahrstil zu Rennmitte auf noch runderes, weicheres Einlenken umgestellt hatte.Die Niederlage von Rossi und der Sturz von Ukawa hatten allerdings noch mit einem zweiten Umstand zu tun. Regelmäßig um diese Jahreszeit quält Honda seine Werkspiloten mit ermüdenden Trips nach Japan, wo Tests für die Acht Stunden von Suzuka, das Prestigerennen der japanischen Hersteller, und am 5. August, mitten in der GP-Sommerpause, das Rennen selbst auf dem Programm stehen.»Ich bin müde«, ließ auch 250er-WM-Favorit Daijiro Katoh wissen, der wie Rossi und Ukawa zwischen dem England- und dem Deutschland-GP mal eben zu den Acht-Stunden-Tests mit dem Langstrecken-Superbike nach Japan musste, und prompt setzte es auch für ihn eine Niederlage.Der bislang übermächtige kleine Japaner bekam es dabei mit einem Gegner zu tun, bei dem sich der Siegeswille nach einer Anlaufzeit von 24 Rennen in der 250er-Klasse zu unbändiger Angriffslust zusammengebraut hatte. »Am Ende habe ich mir gesagt: Pokal oder Hospital«, berichtete Marco Melandri, der sein Motorrad nach der Zieldurchfahrt ins Kiesbett fallen ließ, die Erde des Erzgebirges küsste, auf die Ränge kletterte und seine Fans umarmte.Sechs Runden vor Rennende hatte der Aprilia-Star mit einem heftigen Rutscher eingangs der langgezogenen Bergauf-Linkskurve zur Zielgeraden seine Führung eingebüßt. Nach einem groben Schnitzer Katohs zu Beginn der Schlussrunde vor den Augen tausender Fans auf der Coca-Cola-Tribüne kam Melandri wieder ans Hinterrad des Japaners und stach, quasi als Revanche, in der Zielkurve mit gehörigem Tempoüberschuss nach innen und zwängte sich vorbei zum Sieg. »Er wollte mir den Weg mit einer engeren Linie versperren, musste zu diesem Zweck aber etwas früher bremsen. Das habe ich ausgenutzt«, rieb sich der Italiener die Hände.Ebenfalls das beste Resultat seiner Karriere erbeutete Alex Hofmann als Siebter, während sein Aprilia-Markenkollege Klaus Nöhles auf dem Weg zum zumindest besten Saisonergebnis eine Runde vor Schluss wegen eines kapitalen Motorschadens als Elfter ausrollte. Sein Teamkollege, Assen-Regensieger Jeremy McWilliams, stürzte.Weniger glänzen konnte auch der Lokalmatador in der 125er-Klasse. Nach zwei Kolbenklemmern im Training mit zusätzlicher Vorsicht beim Gasgeben und einem zu harten Hinterreifen ausgerüstet, ließ es Steve Jenkner mit Platz zehn bewenden. Sein sächsischer Landsmann Jarno Müller musste gar auf den Start verzichten: Beim Röntgen nach einem Trainingssturz wurde eine Thrombose unterhalb des zwei Wochen zuvor verschraubten, gebrochenen rechten Schlüsselbeins entdeckt. Falls sich das Blutgerinnsel nicht operativ entfernen lässt, ist Müller für den Rest der Saison außer Gefecht.Den Kampf um den Sieg erlebte er nur am Fernseher mit: Während Derbi-Star Youichi Ui schon in der zweiten Runde stürzte und seine Aufholjagd mit Rang 19 beendete, war Aprilia-Pilot Simone Sanna in der turbulenten Führungsgruppe im rechten Moment zur Stelle, huschte zwei Runden vor Schluss in Führung und feierte seinen ersten Saisonsieg.
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Parc fermé (Archivversion)

Jetzt offiziellLegende Toni MangToni Mang ist seit dem Sachsenring auch eine offizielle Grand-Prix-Legende: In einer kleinen Zeremonie am Samstag wurde der fünffache Weltmeister in die »Dorna-Hall of Fame« der GP-Legenden aufgenommen und von Carmelo Ezpeleta, dem Chef der GP-Promotionagentur Dorna, mit einer Medaille geehrt.Raudies & RubattoWieder FreundeDirk Raudies und sein ehemaliger Cheftechniker Mario Rubatto sind wieder beste Freunde. Die beiden Oberschwaben, deren Zusammenarbeit in Raudies’ WM-Titel-Jahr 1993 mit einem spektakulären Flug eines Computer-Laptops endete, das Rubatto im Zorn durch die Werkstatt schleuderte, arbeiten seit kurzem gemeinsam bei Italjet. »Ich habe Dirk angerufen, weil wir Verstärkung brauchten. Jetzt hilft er uns bei der Motorenabstimmung«, erklärte Rubatto, der schon in Assen zu der Italjet-Mannschaft stieß. »Vier Motorräder von zwei Fahrern zu betreuen und weiterzuentwickeln ist ein Riesenstress«, seufzte Italjet-Konstrukteur Jörg Möller. »Dirks Arbeit ist eine wertvolle Hilfe.«BMW-Boxer-CupEinsame HeldenDer BMW-Boxer-Cup, normalerweise ein vergnügliches Hauen und Stechen prominenter VIP-Fahrer, war diesmal eine Show der einsamen Helden. Überlegen vorneweg fuhr Cup-Favorit Stéphane Mertens. Ebenso unangetastet fühlte sich MOTORRAD-Testchef Gerhard Lindner auf seinem sechsten Platz – bis er zu spät feststellte, dass sich der Belgier Eric Lejeune von hinten an- und vorbeischlich. Ähnlich erging es Eurosport-Kommentator und MOTORRAD-Tester Jürgen Fuchs: In der vorletzten Runde Dritter, wurde er von Fernando Cristóbal noch vom Podest verdrängt.Dark Dog-ChallengeSpanische SchuleDie Idee des spanischen Telefonica-Junior-Cups, aus dem das jetzige GP-Junior-Team mit Toni Elias, Daniel Pedrosa und Joan Olivé hervorging, soll nun in Deutschland Nachahmung finden. ADAC, Honda und die Energy-Drink-Marke Dark Dog präsentierten am Sachsenring die »Dark Dog Challenge« mit acht Rennen auf Honda RS 125 R, für die eine landesweite Auslotung junger Talente gestartet wird. Die »spanische Schule«, so Honda Motor Europe North-Manager Norbert Köpke, wurde allerdings etwas eingedeutscht: Der Cup ist auf 20 Teilnehmer begrenzt. Anders als in der kostenlosen Telefonica-Serie müssen diese für das Gesamtpaket inklusive der zentralen Wartung der Maschinen 9000 Euro Startgeld aufbringen. Und ein Betreuer wie Alberto Puig fand sich bislang nicht. »Ich werde im Auswahlgremium sein und die Sache mit ganzem Einsatz unterstützen«, erklärte zwar Ralf Waldmann bei der Präsentation. In der Hauptsache bleibt der frühere GP-Star freilich lieber seinen Porsche-Cup-Rennen treu.

Rennen 125 cm3 (Archivversion)

Fahrer (Nation) Maschine Zeit (Min) WM-Stand1. Simone Sanna (I) Aprilia 41:09.327 Poggiali 120 2. Toni Elias (E) Honda - 0.247 Elias 1173. Manuel Poggiali (I) Gilera - 0.701 Azuma 984. Masao Azuma (J) Honda - 0.734 Borsoi 935. Lucio Cecchinello (I) Aprilia - 1.370 Cecchinello 886. Jaroslav Hules (CZ) Honda - 2.202 Ui 867. Max Sabbatani (I) Aprilia - 2.326 Ueda 768. Angel Rodriguez (E) Aprilia - 5.877 Sanna 769. Jakub Smrz (CZ) Honda - 6.132 Jenkner 6910. Steve Jenkner (D) Aprilia - 10.071 Vincent 6311. Daniel Pedrosa (E) Honda - 23.066 Nieto Jr. 5012. Alex de Angelis (E) Honda - 23.089 Giansanti 4813. Angel Nieto Jr. (E) Honda - 23.309 De Angelis 3714. Mirko Giansanti (I) Honda - 27.801 Hules 3315. Joan Olivé (E) Honda - 28.065 Sabbatani 3324. Andreas Hahn (D) Honda - 1:08.08525. Claudius Klein (D) Honda - 1:08.38326. Tobias Kirmeier (D) Honda - 1:08.63227. René Knoefler (D) Yamaha - 1 Rde.Trainingsbestzeit: Sabbatani in 1.30.186 = 147.854 km/hSchnellste Rennrunde: Cecchinello in 1.30.371 = 147.551 km/h (Rekord)Schnitt des Siegers: 145.800 km/h

Rennen 250 cm3 (Archivversion)

Fahrer (Nation) Maschine Zeit (Min) WM-Stand1. Marco Melandri (I) Aprilia 42:37.696 Katoh 1812. Daijiro Katoh (J) Honda - 0.052 Harada 1373. Tetsuya Harada (J) Aprilia - 0.203 Melandri 1294. Roberto Rolfo (I) Aprilia - 18.310 Rolfo 1045. Randy de Puniet (F) Aprilia - 28.108 Nieto 766. Alex Debon (E) Aprilia - 36.566 Alzamora 757. Alex Hofmann (D) Aprilia - 36.764 Locatelli 738. Naoki Matsudo (J) Yamaha - 36.918 McWilliams 689. Franco Battaini (I) Aprilia - 40.466 Matsudo 5310. Fonsi Nieto (E) Aprilia - 43.174 Hofmann 4711. Shahrol Yuzy (MAL) Yamaha - 43.256 Debon 4112. Lorenzo Lanzi (I) Aprilia - 57.398 Battaini 4013. Jeronimo Vidal (E) Aprilia - 1:11.662 Guintoli 2914. Riccardo Chiarello (I) Aprilia - 1:25.507 Porto 2815. David Tomas (E) Honda - 1:25.614 Yuzy 2816. Dirk Heidolf (D) Yamaka - 1 Rde.17. Christian Gemmel (D) Honda - 1 Rde.18. Max Neukirchner (D) Honda - 1 Rde.20. Katja Poensgen (D) Aprilia - 1 Rde.Trainingsbestzeit: Harada in 1.26.906 = 153,434 km/hSchnellste Rennrunde: Melandri in 1.27.233 = 152,859 km/h (Rekord)Schnitt des Siegers: 151.189 km/h

Rennen 500 cm3 (Archivversion)

Fahrer (Nation) Maschine Zeit (Min) WM-Stand1. Max Biaggi (I) Yamaha - 43:36.983 Rossi 1702. Carlos Checa (E) Yamaha - 3.249 Biaggi 1603. Shinya Nakano (J) Yamaha - 3.642 Capirossi 1114. Norick Abe (J) Yamaha - 4.784 Barros 1005. Alex Barros (BR) Honda - 21.164 Nakano 1006. Olivier Jacque (F) Yamaha - 21.385 Abe 877. Valentino Rossi (I) Honda - 21.945 Crivillé 718. Loris Capirossi (I) Honda - 22.485 Checa 679. Kenny Roberts (USA) Suzuki - 23.331 Roberts 6210. Sete Gibernau (E) Suzuki - 24.404 Gibernau 6011. Garry McCoy (AUS) Yamaha - 24.410 Ukawa 5312. Noriyuki Haga (J) Yamaha - 43.996 vd. Goorbergh 4313. Jose Luis Cardoso (E) Yamaha - 44.216 Haga 3914. Jurgen van der Goorbergh (NL) Proton KR - 44.329 McCoy 3215. Anthony West (AUS) Honda - 1:22.533 Jacque 26Trainingsbestzeit: Biaggi in 1.26.097 = 154.876 km/hSchnellste Rennrunde: Nakano in 1.26.808 = 1.53.607 km/h Schnitt des Siegers: 152.859 km/h

Alle wollen Katja (Archivversion) - Der Kampf geht weiter

Nach Rennende am Sachsenring verkündete das Team Racing Factory die offizielle Trennung von Katja Poensgen. Es war das triste Ende einer einzigartigen Erfolgsstory, bei der die 24-Jährige und ihre Betreuer alle sportlichen Aufgaben mit Vollgas gemeistert hatten – von der Qualifikation bei sämtlichen Rennen bis hin zum Mugello-GP, bei dem Katja als erste Frau WM-Punkte in der 250er-Klasse holte. Um den späten GP-Einstieg vier Wochen vor Saisonbeginn aber überhaupt noch bewältigen zu können, waren wichtige Vereinbarungen mit Handschlag statt mit Unterschrift besiegelt worden. Doch längst nicht alle der für das 2,6-Millionen-Mark-Budget verplanten Gelder, vor allem wohl von Hauptsponsor Dark Dog, trafen ein, und je leerer die Teamkasse wurde, desto lauter wurden die Worte zwischen Teammanager Dieter Theis und Katjas Vater Bert Poensgen, im richtigen Leben Vertriebsleiter bei Suzuki Deutschland. Theis verwies, er habe Teile seines für Alex Hofmann reservierten Budgets in Katja investieren müssen. Poensgen konterte, das Engagement von Dark Dog und West seien ausschließlich auf die Medienwirksamkeit seiner attraktiven Tochter zurückzuführen. Bei rechtem Licht betrachtet fahre die gesamte Racing Factory auf Katjas Kosten. Als Theis drohte, Katja nicht mehr fahren zu lassen, kam es zum endgültigen Bruch. Bert Poensgen versucht nun, schon bis zum GP in Brünn am letzten Augustwochenende ein neues Team für seine Tochter zu finden. Er kann nicht weniger als sieben Teams mit Aprilia, Honda und Yamaha aufzählen, die sich nach dem Shootingstar Katja Poensgen die Finger lecken – wenn die Finanzierung stimmt.

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