Grand Prix Deutschland Sachsenring (Archivversion) 250er

Außenseiter Jeremy McWilliams eroberte Platz zwei. Ebenfalls stark: Wild Card-Fahrer Alex Hofmann als Zehnter.

Wie aus einer Düse spritzte das Benzin aus dem Tank auf die Verkleidungsscheibe. Jeremy McWilliams gelang es, den abgerutschten Druckschlauch wieder auf den Nippel zu stecken. Dann setzte der Engländer, dem eine Werks-Honda zu Saisonbeginn verweigert worden war, zu einer aufregenden Jagd an und störte die Aprilia-Troika von Tetsuya Harada, Valentino Rossi und Loris Capirossi mit einem tollen zweiten Platz.Wild Card-Pilot Alex Hofmann war mit einem ähnlichen Honda-Production Racer wie McWilliams zeitweise Fünfter, holte bei seinem ersten 250er GP den zehnten Platz und wurde von den Fans stürmisch als neuer Held gefeiert. Der eigentliche deutsche Star der 250er Klasse beobachtete das Rennen vom Panoramafenster seines Docshop-Busses. Im Abschlußtraining war Jürgen Fuchs ausgangs einer Linkskurve ausgerutscht und hatte sich dabei mit dem linken Fuß unglücklich im Hinterrad der Werks-Aprilia verheddert. »Einen so brutalen Schmerz hatte ich noch nie bei einem Sturz. Der Fuß war komplett verdreht. Ich dachte an Beattie und Doohan und bekam Panik. Im ersten Moment meinte ich: Das wird nie wieder«, schilderte der Gepeinigte. Mit einer Fersenbeinabsplitterung, einem gebrochenen Schienbeinmittelknochen direkt über dem Sprunggelenk, einem gebrochenen Mittelfußknochen sowie gezerrten Bändern kam Fuchs aber noch vergleichsweise glimpflich davon, muß aber wohl fünf Wochen pausieren. Er hatte das Hinterrad derart heftig blockiert, daß dabei sogar die stabile Karbonschwinge zerborsten ist. »Morgens hatte ich noch Infusionen gegen Fieber bekommen, mittags ließ ich mir die Hände bandagieren und fuhr los. Irgendwo ist man als Fahrer unvernünftig«, philosophierte Fuchs. »Wenn ich völlig gesund gewesen wäre, hätte ich den Rutscher vielleicht abfangen können.“

Artikel teilen

Aktuelle Gebrauchtangebote