Grand Prix Frankreich (Archivversion)

Cecchinellos Technik-TricksJenknerbraucht PSWährend sein Teamkollege Alex de Angelis abschmierte, erbeutete Lucio Cecchinello bei den 125ern bereits den zweiten Sieg in Folge. Der von MOTORRAD unterstützte UGT 3000-Pilot Steve Jenkner musste sich nach dem 16. Trainingsrang diesmal mit Platz elf begnügen. »Ich bin so als 16. in der ersten Kurve eingeklemmt worden, habe dabei noch ein paar Plätze verloren und bin als 22. aus der ersten Runde zurück gekommen – dafür ist es gut, dass wir noch gepunktet haben«, zog der tapfere Sachse Bilanz. »Es fehlte mir vom Set-up her noch eine halbe Sekunde pro Runde. Die Tospeed-Werte waren okay, doch aus der Kurve raus ist mir mein Gegner Mika Kallio weggefahren. Ich denke, uns fehlt ein bisschen Power – mein Teamkollege Gino Borsoi ist ja auch nur Zehnter geworden.« Klaus Nöhles holte als 14. noch zwei WM-Punkte. Heidolfs ApriliaProblemgelöstDie Aprilia-Werkspiloten Fonsi Nieto und Marco Melandri lieferten sich ein aufregendes Duell in der 250er-Klasse, das der Spanier mit dem zweiten Sieg hintereinander beendete. Neben den beiden großen Stars konnte endlich auch Deutschlands Nachwuchshoffnung Dirk Heidolf wie gewünscht am Gas drehen: Seine nach den jüngsten Technik-Schwierigkeiten von den Medien geprügelte Mechaniker-Truppe machte die Benzinpumpe als Fehlerteufel ausfindig – sie hatte dem oberen Zylinder zu wenig Sprit zugeführt und so für hartnäckig wiederkehrende Aussetzer gesorgt. »Gott sei Dank geht das Motorrad endlich so, wie wir uns das vorstellen«, atmete Heidolf nach dem 18. Platz im Rennen auf. »Das Resultat hätte noch besser sein können. Doch mit vollem Tank hatte ich kein rechtes Vertrauen zum Vorderrad. Dafür bin ich zum Rennende hin trotz angekratzter Reifen immer schneller geworden.«McCoy gibt aufComebackfür BayleDrei Rennen lang hatte Garry McCoy die Zähne zusammengebissen. Nach dem ersten Trainingstag in Le Mans warf der Australier dann bis auf weiteres das Handtuch: Im rechten Schienbein, das er bei einem Sturz bei Vorsaisontests in Portugal Anfang März gebrochen hatte, plagten ihn immer noch heftige Schmerzen. Ab Samstag kam es deshalb zum Comeback von Jean-Michel Bayle, der schon zwei Einsätze als Testfahrer des Red Bull-Yamaha-Teams hinter sich gebracht hatte. Der 32-jährige Franzose und einstige Motocross-Weltstar kam im Training auf dem Zweitakter aber nicht über den 18. Platz hinaus. Im Rennen wurde er 14.Müller verletztAngebotan WaldiHonda-125-Pilot Jarno Müller, schon im letzten Jahr wegen der seltenen Komplikation einer Thrombose wochenlang außer Gefecht, hütete schon wieder wegen außergewöhnlicher Umstände das Krankenbett. Bei Tests im Anschluss an den Spanien-GP in Jerez war der Sachse gestürzt, heftig mit dem Kopf aufgeschlagen und hatte für eine Viertelstunde die Besinnung verloren. Mysteriös blieb die heftig blutende Verletzung seines rechen Arms: Die Hauptsehne am Trizeps wurde beim Aufprall wie von einem Rasiermesser durchtrennt und musste in Deutschland operiert werden. Hauptsponsor Lutz Uhlig machte daraufhin dem mangels fertigem Rennmotorrad beschäftigungslosen MZ-Werkspiloten Ralf Waldmann ein großzügiges Angebot: »Du fährst für uns – ich zahle den Rest des MZ-Vertrags aus.« Während Waldi zögerte, hat sein MZ-Teamkollege Jose-Luis Cardoso bereits eine Alternative gefunden: Er ersetzt den verletzten Pere Riba im spanischen Antena 3-Yamaha-Team.MotoGP-TrainingImmerengerTrotz aller Unterschiede zwischen Zwei- und Viertaktern, Drei-, Vier- und Fünfzylindern geht’s in der MotoGP-Klasse fast so eng zu wie bei den 125ern. Die Rundenzeiten der 20 Fahrer im Abschlusstraining waren nur 2,215 Sekunden voneinander getrennt. Honda-Star Alex Barros verlor weniger als eine Sekunde auf Valentino Rossis Bestzeit – und war trotzdem nur an 15. Stelle.Loris CapirossiTragischer UnfallMotoGP-Pilot Loris Capirossi wurde zwei Tage nach dem Jerez-Grand-Prix in einen tragischen Verkehrsunfall verwickelt. In der Nähe seines italienischen Heimatorts Borgo Rivola fuhr Capirossi mit einem Opel Corsa einen Fahrradfahrer an. Der 73-jährige Rentner, der offenbar ohne Vorwarnung nach links von der Hauptstraße abbog, als ihn Capirossi gerade überholen wollte, wurde bei dem Zusammenstoß getötet. Die Polizei geht von der Unschuld Capirossis aus und hat die Ermittlungen eingestellt.

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