Grand Prix Frankreich (Archivversion) 65 zu 35

GP-Experte Jürgen Fuchs bleibt dabei: Trotz aller Technik liegt der größere Anteil am Erfolg beim Fahrer. Das gilt auch im Falle Yamaha.

Strahlende Gesichter bei der Yamaha-Mannschaft nach dem Qualifikationstraining. Checa und Biaggi in der ersten Startreihe! Es wurde sofort darüber spekuliert, wodurch die Leistungssteigerung erreicht wurde. Durch die neuen Kupplungsteile? Durch mehr Hubraum? Denn der Motor, bislang noch nicht am Limit von 990 cm3, hörte sich in Le Mans »satter« an. Oder durch das Fahrwerk, das der 500er-Zweitaktversion ähnelt und in Le Mans immer schon gut funktioniert hatte?Im Team wurden zwar technische Verbesserungen bestätigt. Doch der genaue Grund blieb offen. Die Fahrer haben auf die neuen Kupplungsteile verwiesen, die Fahrwerksleute auf das Chassis. Und Teammanager Geoff Crust meinte: » Biaggi und Checa waren hier 2001 schon Erster und Zweiter.« Recht haben sie sicher alle – deshalb sollte man sich in einem komplexen Sport wie diesem immer alle Seiten anhören, um sich ein Bild von der Situation machen zu können. Auch wenn überwiegend von der Technik gesprochen wird, bleibe ich dabei: Der Fahrer ist mindestens zu 65 Prozent für den Erfolg verantwortlich! Im Detail schaue ich beim Piloten auf folgende Eigenschaften: Grundspeed, Selbstvertrauen, Motivation, Fahrstil, Konzentration, Erfahrung, Streckenkenntnisse und Fitness. Bei der Technik gewichte ich der Reihe nach: Leistungsentfaltung und Fahrbarkeit des Motors, Reifenhaftung und –verschleiß, Grenzbereichverhalten, Handling, Bremsstabilität und Topspeed. Dann schaue ich, wie das Ganze zum Streckenlayout passt. In Le Mans haben viele Parameter an der Yamaha gepasst. Das macht die M1 der Honda noch nicht ebenbürtig, aber mit Sicherheit ist es ein wichtiger Motivationsschub und neues Selbstvertrauen für Max Biaggi.

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