Grand Prix Frankreich in Le Castellet (Archivversion)

Drama bei SuzukiBig Bang,big crashDas prominenteste Opfer der ersten Linkskurve in Le Castellet, in die die Fahrer nach zwei langen Geraden mit ausgekühlter Reifenflanke einbiegen, war Daryl Beattie. Im Abschlußtraining stürzte der 500er Suzuki-Star in der »Pif-Paf« genannten Schikane schwer und war zunächst bewußtlos. Wegen einer Lungenprellung wurde der Australier mit Sauerstoff beatmet und per Helikopter ins Krankenhaus von Toulon verfrachtet, wo die Ärzte gleich auch noch einen Bruch des linken Unterarms zusammennagelten. Beattie verpaßte damit die Rennpremiere eines neuen Big Bang-Motors mit noch engerem Zündwinkel als den bislang üblichen 90 Grad, mit dem Scott Russell Platz fünf eroberte.Doohan oder Biaggi?Marlboro-MillionenIn Frankreich kursierte das Gerücht, Michael Doohan hätte ein Yamaha-Angebot für einen Drei-Jahres-Vertrag mit jährlich fünf Millionen Dollar Gage vorliegen. »Dieses Jahr habe ich soviel Spaß wie noch nie, doch für 1997 brauche ich eine neue Herausforderung. Es gibt eine 50-Prozent-Chance für einen Wechsel«, verriet Doohan. Die Yamaha-Teamchefs Kenny Roberts und Wayne Rainey dementierten die Offerte schleunigst, worauf Max Biaggi als neuer Fünf-Millionen-Dollar-Star neben Loris Capirossi in Raineys 500er Mannschaft gehandelt wurde. »Doohan kann ich nichts mehr beibringen, doch Biaggi und Capirossi in einem gemeinsamen Team - das wäre eine reizvolle Aufgabe«, räumte Rainey ein.Übermächtige KonkurrenzHarada gibt aufTetsuya Harada kämpfte trotz neuer Michelin-Reifen mit einem ratternden Vorderrad und einem Motor, der in der südfranzösischen Sommerhitze müde hinterherhinkte. Nach dem vierten Trainingsplatz warf er im 250er WM-Duell gegen den übermächtigen Max Biaggi vorzeitig das Handtuch. »Ich bin es leid, gegen Motorräder, die mir überall auf und davon fahren, alles zu riskieren«, brummte er.Sarron und TairaVeteranentreffenDer umtriebige Ex-250-cm3-Weltmeister Christian Sarron, der kürzlich die elf 500 testete und in Le Castellet als Reporter des französischen Fernsehsenders M6 auftrat, feiert ein Renn-Comeback: Am 28. Juli steigt der 41jährige beim Acht-Stunden-Rennen von Suzuka in den Sattel einer Zweizylinder-Werks-Yamaha TRX 850. Sein Partner ist der mittlerweile 39jährige Tadahiko Taira, mit dem er schon vor zehn Jahren das prestigeträchtigste Langstreckenrennen der Welt bestritten hatte. Freilich hoffen die beiden diesmal auf mehr Glück: 1986 fielen sie eine Stunde vor dem Ende aus.IRTA und DORNAEinigungin SichtNach dem Italien-Grand Prix in Mugello kam es in Spanien zu Waffenstillstandsverhandlungen zwischen Carmelo Ezpeleta, dem Direktor des WM-Vermarkters Dorna, sowie Carlo Pernat und Sito Pons, den Vertretern der Teamvereinigung IRTA, die nach den mißglückten Machtproben der vergangenen Monate retteten, was zu retten war. Sie offerierten den Rücktritt der IRTA-Hardliner Michel Métraux und Serge Rosset als Präsident und Vizepräsident, im Gegenzug stellte Ezpeleta eine Fortschreibung der bisherigen Spesen- und Preisgelder in Aussicht. Außerdem einigte man sich darauf, künftig weiterhin drei GP-Soloklassen plus ein Zusatzrennen nach freier Wahl des einzelnen Veranstalters auszuschreiben.ThunderbikesScheschosahnt abStefan Scheschowitsch eroberte im Rennen der Thunderbikes Startplatz zwei, rutschte im Rennen aber wegen eines zu weichen Fahrwerks zunächst an die sechste Stelle ab - bis er wegen diverser Ausfälle wieder auf Rang drei hinter den Franzosen Adrien Morillas (Yamaha) und Bernard Garcia (Honda) nach vorn gespült wurde. »Irgendwann mußt du ja auch einmal Glück haben«, grinste Schescho nach den zwei versiebten Läufen zum Auftakt der Saison. Teamchef Peter Rubatto grinste mit: Der Spanier Enrique de Juan, Nummer zwei der Truppe, machte den Erfolg mit Rang sieben komplett.

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