Grand Prix Holland in Assen (Archivversion) Spiel ohne grenzen

Grand-Prix-Experte Jürgen Fuchs: In der Entwicklung der MotoGP-Renner ist das Ende der Fahnenstange
noch längst nicht erreicht.

Nach dem spektakulären Ducati-Sieg von Loris Capirossi in Barcelona hat es sage und schreibe nur zwei Stunden gedauert, bis ein neuer, weiterentwickelter Motor samt offener Auspuffanlage in die Honda von Valentino Rossi eingebaut war. Kann Honda auf Knopfdruck nachlegen? Sprich durch Drehzahlanhebung oder Umprogrammieren des Bordrechners einfach schneller fahren? Dass der V5-Motor schon mit 250 PS auf dem Prüfstand gemessen wurde, ist bekannt. Dass die neue Motor-Auspuff-Kombination in Assen ausnahmsweise Rossi die schnellste Topspeed beschert hat und nicht den sonst dafür prädestinierten Ducati, nahm die Szene ebenfalls mit sehr großem Interesse zur Kenntnis. Der weit verbreiteten Annahme im Fahrerlager, dass Honda seine Trümpfe nach Belieben aus dem Ärmel ziehen kann und mit der Konkurrenz spielt, möchte ich mich jedoch nicht anschließen. Damit will ich die Genialität von Honda nicht anzweifeln. Im Gegenteil, es unterstreicht nur, auf welch unglaublich hohem Niveau Honda mit diesem Motorrad im letzten Jahr in die MotoGP-WM eingestiegen ist.Wie dünn die Luft da oben wird, haben in Assen auch die Rundenzeiten gezeigt. Es hat eine ganze Weile gedauert, bis die Bestwerte der Superbike-WM aus dem Vorjahr geknackt wurden. Dazu Bernard Tasset, Pressesprecher von Michelin: »Die physikalischen Grenzen dürften in der MotoGP-WM mit den aktuellen Konzepten erreicht sein.« Hat man das nicht schon vor zehn Jahren bei den Zweitaktern gedacht? Die Elektronik bietet noch ungeahnte Möglichkeiten. Zum Beispiel intelligente Fahrwerke durch die Verkoppelung von Motorleistung, Bremsen und Chassis, um die Geometrie während der Fahrt zu ändern.

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