Grand Prix Holland in Assen (Archivversion) Hondas Konter

Im MotoGP-Training in Assen zündete Honda eine neue Rakete, die das Schreckgespenst weiterer Ducati-Siege verscheuchen soll. Neben dem besten Topspeed-Wert – Rossi knackte als Einziger die 300- km/h-Marke – machte die jüngste Version der RC 211 V vor allem mit infernalischem Gebrüll aus drei offenen Megafonen für die fünf Zylinder auf sich aufmerksam. »Es ist so laut, dass ich beim Fahren Kopfweh kriege. Außerdem hängt mir die Behauptung zum Halse heraus, ich hätte ohnehin immer das beste Motorrad. Deshalb trete ich im Rennen mit der alten Maschine an”, grinste Rossi nach dem Abschlusstraining in die Kamera des italienischen Fernsehens.In Wirklichkeit ist ihm das neue Aggregat derzeit noch zu unkultiviert – die vielen neuen PS wurden mit einem allzu jähzornigen Ansprechverhalten erkauft. In Zukunft geht es nicht nur um der Widerspenstigen Zähmung, sondern auch um ein ganz neues Projekt mit wahrscheinlich drei Zylindern, das womöglich schon 2004, sicher aber 2005 Siege sammeln soll. Um die Mitarbeit Valentino Rossis über den veranschlagten Entwicklungszeitraum zu gewährleisten, legte Honda-Rennchef Kanazawa seinem Superstar in Assen einen unterschriftsreifen Zwei-Jahres-Vertrag vor. Der ziert sich aber noch und will sich nur für ein Jahr binden, zumal ihm von Aprilia und von Yamaha Summen geboten werden, die jeden bisher im Motorradsport dagewesenen Rahmen sprengen. Bei Ducati ist Rossi allerdings nicht im Gespräch: Dort fürchtet man, bei einem Rossi-Engagement würden Niederlagen automatisch dem Hersteller, nie aber dem Fahrer angelastet werden. Im verregneten Rennen kam Rossi zwar vor dem Ducati-Aufgebot ins Ziel, wegen eines beschlagenen Helmvisiers jedoch trotzdem nicht über den dritten Platz hinter Biaggi hinaus. Der furchtlose Sete Gibernau (Honda) bewies sich einmal mehr als Regenspezialist und holte den dritten Sieg der Saison.

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