Grand Prix Holland in Assen (Archivversion)

Drei WeltrekordeSitos SegeltörnSito Pons macht nicht nur als Chef des West-Honda-Teams Furore. Derzeit zieht er die Fäden für einen Segeltörn auf dem größten und schnellsten Segelkatamaran der Welt, der in den Farben des »Club Med« bereits »The Race« rund um den Globus in neuer Rekordzeit gewonnen hat. Dem früheren 250-cm3-Weltmeister geht es gleich um drei Rekorde: Erst will er eine Bestzeit für die Strecke Barcelona – Palma de Mallorca hinlegen, dann jagt er der schnellsten Atlantiküberquerung auf der Südroute von Cadíz nach Salvador hinterher. Von New York aus geht’s anschließend ums Blaue Band für die Nordatlantikroute retour nach Europa. »Der bisherige Rekord liegt bei sechs Tagen, wir rechnen mit fünf«, kalkuliert Pons für die Ozeanüberquerung. »Ein gemütlicher Sonntagsausflug wird das nicht. Der Katamaran bringt es auf 40 Knoten. An Deck brauchst du eine Rennfahrerbrille!«Rubatto bei ItaljetDer ExorzistUm endlich auf Erfolgskurs umzuschwenken, ergriff Italjet-Teambesitzer Alessandro Tartarini drastische Maßnahmen. Am Montag vor dem Assen-Grand-Prix wurde Mario Rubatto verpflichtet, um das Team als Koordinator und mit seinen Künsten als Fahrwerksspezialist auf Vordermann zu bringen. »Die Arbeit, die dort bis jetzt geleistet wurde: Hut ab! Wenn wir 1997 und 1998 das Potenzial gehabt hätten, wäre Tomomi Manako auf und davon gefahren«, zeigte sich der Ex-Teamchef beim Besuch der Rennabteilung in Bologna beeindruckt. Am Freitagabend nach dem Abschlusstraining wurde dem Dauerpech des Teams dann auf spirituelle Weise zu Leibe gerückt: Ein Exorzist ließ die Teammitglieder mit weißen Tunikas im Kreis stehen, Kerzen schwenken und mit Salzkristallen um sich werfen. Stefano Perugini nahm an der Zeremonie begeistert teil und wurde im Rennen Zwölfter. Sein Teamkollege Gianluigi Scalvini traute dem teuflischen Treiben nicht, wandte sich mit Schaudern und wurde zur Strafe im Rennen von Alex de Angelis abgeschossen.13 Millionen DollarRepsol mit RossiHonda-As Makoto Tamada testete den RCV-Viertaktprototypen in Sugo erstmals bei Regen und stürzte, Valentino Rossi soll die Fünfzylindermaschine im August Probe fahren. Während die technische Entwicklung der GP1-Honda auf Hochtouren läuft, werden hinter den Kulissen die Fäden für eine neue Teamstruktur gezogen. Mineralölgigant Repsol, seit 1995 als Hauptsponsor auf den offiziellen Honda-Werksmaschinen, verhandelt wegen eines neuen Drei-Jahres-Vertrages ab 2002 und soll pro Saison 13 Millionen Dollar für ein Paket mit zwei Viertaktern und einer Zweitaktmaschine überweisen. Bedingung von Repsol ist, Rossi zu integrieren. Alex Crivillés Tage scheinen dagegen bald gezählt: Wegen sportlichen Misserfolgs und unkluger Äußerungen aus seinem Umfeld will Honda den in Assen gestürzten Exweltmeister in die Wüste schicken. Crivillés Freundin Ana hatte kürzlich herumerzählt, Crivillés Maschine sei keineswegs auf dem Niveau von Rossis Motorrad – sondern in Wirklichkeit noch schlechter als die Gebrauchtmaschinen von Loris Capirossi und Alex Barros.Marlboro-PläneMax auf DucatiMax Biaggis Sponsor Marlboro träumt von einem all-italienischen GP1-Team, das bei den Tifosi ähnlich überschwängliche Emotionen wecken soll wie die Scuderia Ferrari. Deshalb ist geplant, den Assen-Sieger ab 2003 auf den neuen V2-Viertaktrenner des bereits jetzt vom Philip-Morris-Konzern gesponsorten Ducati-Teams zu setzen – einen Plan, den parallel dazu auch Loris Capirossis Manager Carlo Pernat für seinen Schützling ausheckt. Biaggis in Assen gestürzter Teamkollege Carlos Checa dreht Yamaha womöglich schon früher den Rücken – falls sein Wunsch nach der M1-Viertaktmaschine unerfüllt bleibt. »Mit der Zweitakt-YZR 500 weiter zu machen, hat für mich keinen Sinn. Ich bleibe nur dann bei Yamaha, wenn ich ab 2002 den Viertakter fahren kann«, verkündete er.

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