Grand Prix Imola/I (Archivversion)

Luca und MuZJetztin Rio?Der kuriose Verhandlungsmarathon zwischen MuZ und Luca Cadalora geht in die nächste Runde. Der Italiener sagte den geplanten Einsatz auf der MuZ 500 für den nächsten Grand Prix in Barcelona ab, weil die Honda-Teams dort mehrmals getestet haben und er nur geringe Erfolgschancen sieht. Jetzt ist ein Einsatz in Rio de Janeiro im Gespräch. Jürgen Fuchs erreichte dort 1997 auf der Vorgängermaschine elf 500 Rang sechs - und Luca Cadalora fuhr mit der Red Bull-Yamaha als Zweiter aufs Podest.Bartol, UiAlles zuDerbiDas Comeback von Derbi scheint perfekt: Der Italiener Giampiero Sacchi unterschrieb als Teamdirektor, Harald Bartol wird Technik-Chef. Dabei bringt er nicht nur seinen ursprünglich für das Yamaha-Aral-Team entwickelten und nun von Teamchef Hermann Kurz an Derbi verkauften neuen Motor mit, sondern auch Fahrer Youichi Ui. »Derbi wäre ein Spanier oder Italiener lieber. Doch ich brauche einen Könner, mit dem ich ein neues Motorrad entwickeln kann. Ui hat das Zeug dazu«, erklärte Bartol. Geplant ist, den vorhandenen Membranmotor in den Rennen einzusetzen, gleichzeitig aber eine Drehschiebervariante zu entwickeln. Das Chassis soll Antonio Cobas bauen.Zu Suzuki?Kennywill wegKenny Roberts jr. hat genug davon, mit der Modenas KR 3 hinterherzufahren, will 1998 eine Vierzylindermaschine und hat gute Chancen, bei Suzuki unterzukommen. Daß er dem Team seines Vaters den Rücken kehrt schürt Vermutungen, Kenny Roberts sr. könne seinen bislang chancenlosen Rennstall zum Jahresende zusperren. Ralf Waldmanns Suche nach Alternativen läuft deshalb auf Hochtouren: Yamaha-Teamchef Hermann Kurz lockt mit einer 1998er YZR 500, Docshop-Aprilia mit einem lukrativen 250er Vertrag, außerdem testete Waldi unverbindlich das Kawasaki-Superbike von Harald Eckl - und war auf dem kleinen Kurs in Assen nur um Hundertstelsekunden langsamer als Kawa-Star Akira Yanagawa (siehe Seite 160).Pons, RaineyKrieg derTeamchefsManolo Burrillo, Teammanager und rechte Hand von MoviStar-Honda-Boß Sito Pons, versetzte Yamaha-Teamchef Wayne Rainey in einem offenen Brief in der spanischen Zeitschrift »Solo Moto« eine Serie von Tiefschlägen. Rainey, so Burrillo, wolle das Pons-Team destabilisieren, habe Carlos Checa mit seiner Yamaha-Offerte verunsichert und trage deshalb die Schuld an dessen schwerem Sturz in England. »Als Teamchef ist Rainey ein von Neid getriebener Verlierer, der seit seinen ersten Verhandlungen mit Mick Doohan die Preise treibt und dem die Fahrer trotzdem in Scharen davongelaufen sind«, blieb er auch in Imola bei seinem Standpunkt. Der so Gescholtene war fassungslos. »So etwas wird nicht ohne Rücksprache veröffentlicht«, kommentierte Rainey, »deshalb ist Sito Pons für mich der Autor. Ich bin überrascht, daß eine Zeitung solche Lügenmärchen druckt.«Takuma AokiNoch keineBesserungTakuma Aoki, seit seinem Vorsaison-Sturz auf einer Honda-Teststrecke in Japan von der Hüfte abwärts gelähmt, kam erstmals seit seinem Unfall wieder in ein Grand Prix-Fahrerlager und unterhielt sich dort auch mit seinem Leidensgenossen Wayne Rainey. »Anfangs vertraute ich auf die Wirkung spezieller Heilkräuter, doch es nützte nichts. Derzeit werde ich täglich mit Akupunktur und Handauflegen behandelt. Ich gebe die Hoffnung nicht auf«, schilderte der mittlere der drei berühmten Aoki-Brüder.

Artikel teilen

Anzeige

Aktuelle Gebrauchtangebote