Grand Prix Italien (Archivversion)

125 cm3: Nöhles verletztAchterstatt SiegerSteve Jenkner dominierte das erste Zeittraining, verpasste die Pole Position am Samstag nur wegen eines Sturz-Abbruchs und eines zu späten Reifenwechsels und sah am Sonntag bis Rennmitte wie der sichere Sieger aus. »Ich bin leicht nach vorne gekommen, konnte an jeder beliebigen Stelle überholen, habe aber gewartet, um meine Reifen und mein Fahrwerk zu schonen«, berichtete der Sachse. Dann aber ließ sichtlich die Motorleistung von Jenkners Aprilia nach, der letzlich Siebter wurde. Einen weiteren Rückschlag erlebte dagegen das deutsche ADAC Sachsen-Team: Klaus Nöhles, im Abschlusstraining auf einer besonders schnellen Runde unterwegs, gab in der letzten Kurve zu früh Gas und schlug sich die linke Hand bei einem Rutscher seiner gelben Honda derart am Lenker an, dass er einen Bruch von Elle und Speiche davontrug.250 cm3: Sturz für HeidolfIm Netz der SpinneMarco Melandri trug bei seinem Heim-Grand-Prix eine Spiderman-Lackierung zur Schau. Seine Gegner Roberto Locatelli und der schlecht gestartete WM-Leader Fonsi Nieto verfingen sich im Netz der Spinne, trotzdem war Locatelli der Held des Tages: Aus Geldmangel tritt der Exweltmeister der 125-cm3-Klasse immer noch mit einem Production Racer gegen die Aprilia-Werksfahrer an. »Allerdings war auch meine Maschine pfeilschnell. Ich konnte Melandri selbst auf der Geraden angreifen«, erklärte Locatelli. Weniger Vorwärtsdrang zeigte Dirk Heidolf: Drei Runden vor Schluss an 18. Stelle liegend, erlebte der Sachse einen Highsider und stürzte.BMW-Boxer-Cup Barth im GlückDer BMW-Boxer-Cup in Mugello wurde zum Stelldichein der MOTORRAD-Testpiloten: GP-Kommentator Jürgen Fuchs erbeutete die Pole Position, Rennprofi Markus Barth reihte sich zwischen dem Österreicher Thomas Hinterreiter und dem Schweizer Andy Hofmann in der ersten Reihe ein. Auch im Rennen blieben die deutschsprachigen Piloten keinen Beweis ihrer Fähigkeiten schuldig. Im Formationsflug belegten Fuchs, Hofmann, Hinterreiter und Barth die Plätze zwei bis fünf und mussten sich nur dem panikartig angreifenden Lokalmatador Roberto Panichi geschlagen geben. Der Belgier Stéphane Mertens, der zunächst als Sieger durchs Ziel fuhr, wurde disqualifiziert: Er hatte Teile des Einspritzsystems der BMW K-Serie verwendet, was im belgischen BMW-Cup erlaubt, auf internationaler Ebene aber verboten ist. Damit kam es zum Happy End für MOTORRAD-Pilot Barth, der das erste Rennen in England gewonnen hatte und sich weiterhin der Cup-Führung erfreuen darf. Rossi-ShowNeuer Helm,neue FreundinValentino Rossi stülpte sich in Mugello einen neuen Helm über, der im Design ganz jenem Kopfschutz nachempfunden war, den Vater Graziano 1979 als Morbidelli-Werksfahrer getragen hatte. Am unteren Rand ließ er ihn mit 20 ur-italienischen Ikonen (O sole, O mare, O mandolino, La mamma, Il motore, La Sofia Loren, Il bidet, L’ Espresso und vielen anderen) ausstatten. Das schönste Schmuckstück des Superstars ist freilich 17 Jahre alt, heißt Martina Stella und wurde als Filmschauspielerin mit dem Streifen »L’ultimo bacio« (Der letzte Kuss) berühmt. MotoGP-ViertakterSchnellerals Ferrari»Rossi schneller als Ferrari«, titelte die italienische »La Gazzetta dello Sport« nach dem Training vergnügt, obwohl die MotoGP-Piloten eine halbe Minute länger für die 5,245 Kilometer lange Mugello-Piste brauchten als Ferrari-Star Michael Schumacher, der den 5,245 Kilometer-Kurs bei Tests im Februar in 1.21,690 Minuten umrundete. Gegenüber dem nur 305 km/h schnellen Ferrari hatten die MotoGP-Piloten zum Ausgleich nämlich beim Topspeed die Nase vorn: Ohne die auf massiven Anpressdruck getrimmte Aerodynamik der Formel 1-Autos raste Rossi mit 321,1 km/h durch die Lichtschranke auf der langen Zielgeraden, sein Teamkollege Tohru Ukawa erreichte gar 324,5 km/h, die Aprilia von Regis Laconi wurde mit 322,2 km/h gemessen.

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