Grand Prix Italien (Archivversion) Um Klassen besser

Grand-Prix-Experte und TV-Kommentator Jürgen Fuchs zum Aufwärtstrend von Aprilia-Pilot Steve Jenkner in der hart umkämpften 125er-Weltmeisterschaft.

Es ist ein langer und harter Weg bis zum Spitzenfahrer in der Motorrad-WM. Warum?Vieles liegt an der Komplexität dieses Sports. Der Fahrer sollte alle Eigenschaften eines Einzelkämpfers besitzen, aber auch ein Team Player sein. Um den finanziellen Background zu schaffen, wäre ein Spitzenmanager nicht schlecht, jedoch mit Einfühlungsvermögen für die teaminternen Wehwehchen. Für die Verständigung zwischen Mechanikern und Fahrer wäre ein Fahrer mit technischem Verstand von Vorteil oder ein Techniker, der vom Fahren Ahnung hat. Und zu guter Letzt sollte die Leistung des Fahrers in der Öffentlichkeit gut verkauft werden, ohne dabei den Anteil des Teams oder der Technik zu vergessen. Alle Teilbereiche sind sehr wichtige Bausteine zum Erfolg – aber nur wenn sie zusammen arbeiten und nicht konkurrieren! Blickt man hinter die Kulissen und hört man sich die Statements vom Fahrer bis hin zum Cheftechniker an, wird schnell klar, wie tief bei manchen die Probleme sitzen. Schuldzuweisungen und die Verteidigung der eigenen Position überwiegen die Lösungsvorschläge und den Zusammenhalt. Da werden Fehler nicht analysiert, erkannt und gezielt gelöst. Das ist leider bei deutschen Teams immer schon eine große Schwachstelle. Der Fahrer schiebt es auf die Technik, die Mechaniker auf den Fahrer und der Manager auf die finanzielle Situation. Darunter musste lange Zeit auch Steve Jenkner leiden. Seit er für ein italienisches Team fährt, läuft es bei ihm um Klassen besser. Teamgeist und sportlicher Erfolg stehen bei seiner neuen Mannschaft absolut im Vordergrund. Das Team sucht nicht nach Ausreden, sondern macht aus jeder Situation das Beste.

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