Grand Prix Italien (Archivversion) 125/250: Stevies Wunder

Steve Jenkner feierte das beste GP-Resultat seiner Laufbahn. Das deutsche 250-cm3-Aufgebot wurde völlig aufgerieben.

Steve Jenkner drehte beim 125er-Grand-Prix von Italien groß auf: Nach einer Runde erst an 15. Stelle, sicherte er sich nach einer turbulenten Aufholjagd den vierten Platz, das beste Resultat seiner dreieinhalbjährigen Grand-Prix-Karriere. Während in seiner Box gelacht und gefeiert wurde, gerieten sich die Italiener Lucio Cecchinello und Manuel Poggiali in die Haare: Der 31-jährige Honda-Pilot und der 17-jährige Derbi-Nachwuchsmann waren in der letzten Runde vor Jenkners Augen gestürzt und beschuldigten sich gegenseitig, die Ideallinie versperrt zu haben. »Die Fahrer an der Spitze sind so oft ineinandergerannt, da habe ich gedacht, da wird in der letzten Runde bestimmt eine Lücke frei – und siehe da”, schmunzelte der tapfere Sachse.Das 250-cm3-Rennen wurde hingegen zum Desaster. Ein Regenschauer kurz vor dem Start sorgte für dubiose Streckenverhältnisse. Insgesamt gab es zehn Stürze, dabei wurden auch alle drei deutschen Fahrer ausradiert.So hatte sich Ralf Waldmann bereits in Führung geschoben, als ihm unversehens das Vorderrad wegrutschte. »Alles schien in Ordnung, mein Start war gut, das Motorrad sauschnell auf der Geraden – ich hätte gewinnen können”, haderte er mit seinem Ausfall. Beim Sturz seines Teamkollegen war womöglich eine Benzinspur im Spiel. »Ich habe gelb-rote Flaggen gesehen. Allerdings in der Bremszone, nicht am Kurvenausgang. Leider habe ich dort schon wieder voll reingehalten”, schilderte Klaus Nöhles seinen Weg ins Desaster.Am schlimmsten erwischte es Alex Hofmann. »Ich bin in der ersten Runde bewusst vorsichtig gefahren und war völlig überrascht, als ich plötzlich durch die Luft flog”, erinnert sich der Aprilia-Pilot. Beim Sturz zog er sich einen V-förmigen, doppelten rechten Schienbeinbruch zu. Um acht Uhr am Sonntagabend wurde der Bruch bereits in der Klinik von Grand-Prix-Arzt Costas in Imola genagelt, drei Tage später kehrte der 20-Jährige nach Bochum zurück und bereitet sich aufs Comeback vor. »Ich trete aber erst an, wenn ich wieder völlig fit bin”, schränkte er ein.

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