Grand Prix Italien in Mugello (Archivversion) 250er

Die Werks-Aprilia waren in Mugello eine Klasse für sich - nur die von Jürgen Fuchs blieb schon wieder stehen.

Bis um vier Uhr am Sonntag morgen schraubte das Docshop-Team, um jedes Detail der blauen Werks-Aprilia minutiös zu überprüfen und Jürgen Fuchs endlich ein problemfreies Rennen zu ermöglichen. Doch als der Bayer von seinem fünften Startplatz hinter den vier italienischen Aprilia-Stars losfahren wollte, verschluckte sich sein Motor schon wieder. Zwei Runden ruckte es ausgangs der ersten Spitzkehre, und ein Kolbenklemmer am unteren der beiden Zylinder bescherte Fuchs den dritten Ausfall im vierten Rennen. »Ich bin am Ende«, murmelte Cheftechniker Lucas Schmid.Dafür trumpfte der 41jährige Marcellino Lucchi auf, als stünde er am Anfang seiner Karriere. Zweiter hinter Rossi, als das Rennen nach sieben Runden wegen eines Regenschauers für eine Stunde unterbrochen wurde, brauchte er den beim Neustart davonstürmenden Tetsuya Harada nur in respektvollem Abstand zu kontrollieren, um seinen großen Traum zu verwirklichen: Den ersten und womöglich einzigen Grand Prix-Sieg auf seiner Hausstrecke, auf der er als Aprilia-Testpilot insgesamt 11200 Runden abgespult hat, was immerhin einer anderthalbfachen Erdumrundung entspricht.Valentino Rossi wurde als Zweiter gewertet, für Tetsuya Harada blieb wegen seiner Kupplungsprobleme und dem schlechten Start im ersten Teil des Rennens trotz überlegener Fahrweise nur Platz drei.Stefano Perugini, für den Techniker Sepp Schlögl eine neue Kurbelwelle gebaut hatte, setzte sich als bester Honda-Pilot hinter Loris Capirossi auf Rang fünf in Szene. Der sonst so schnelle Olivier Jacque fuhr mit Zündaussetzern und Schmerzen an die Box: Bei einem Sturz im ersten Training hatte er sich zwei Knochen im rechten Sprunggelenk angeknackst und schleppte sich an Krücken durchs Fahrerlager.

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